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[Fol. 3va]
[non potest consciencia dum luxuriosa lucet mens?] [in facie] Das die [sanwiczikeit ist] eine wise- rinne der sele Es [sprichet Damastenus] das die [sanwizikeit ist] ein [gesecze] der uornunft Sie ist ouch ein [uszrichterin] vnd ein ortei- lerin aller menschen [leben] vnd [ou]ch ein beschei- den wiserinzoͤgerinwiserin was man [thun] vnd laszen sal yn allen [gotlichin] werckenwerken, und ist ir selbs ain ain erkennerin. Aberwercken BernhardusBernhardus [...] seitBernhardus spricht nichil ac luce clar[ius] spricht yn dem buche uon dem erkennen Es ist [ein] grosser scha[tz] vnd ein gu- te sanwiczikeitconsciencie. Was mag uff ertrich suͤsser sin denne ain consciencie guͦt,sanwizzikeit wanne sie uorchtet keynen schaden der sachen nach keyne [vors]mehede sche- delicher worthe nach uorchtet keyn liden des libe[s] vnde [wirt] mit eynem sterbenden vndir- gange mer u[ff] gerichtet danne [ne]der geleyt · Seneca [in proverbys Capitulo primo in sine] Spricht das alle fraude wachst uon einer guten san- witzikeitconsciencie. Voran solt du betrahten, daz dir din conscienciesanwizzikeit nicht [zu] [mi]ldemiltelinde nach [zu] gestrenge wan die milde brenget dich in ober[m]ut vnd macht böse sache gut Aber ein enge vnd ge- strenge sanwitzikeit brenget dich yn ein uor- zwifeln ader yn ein uorzagen [wanne] sie ma- [chet] gut böse Din sanwizikeit sal sin also [das sie dyner se]le neige gute werck zu uolbren- [gen vnd bose werg flihin vnde vor]gangen [leben sal sie ansehin vnd] sal [din vorkerte] [leben straffen das es bose tat volbr]acht [hat vnd gute werg vorsümet hat Sie sal] [ouch genwertigen leben ansehin In eyme] [widdersprechin aller wedderwerdiger sachin] vnd sal [sich] hüten uor zukunftigen schaden vndund gebrestenund [vor]sorgen zu welcherleie gut tete vnd böse [te]te tögende ader untögende dich din gemüte [tri]be ader reisze vnd da uon spricht die glose ober Paulus episteln Der mensche redet frilichen der eine gute vnd luter sanwiczi- keit hat Der des nicht enhatder aber ain boͤse consciencie hetwer des nicht enhat der uorchtet sich an aller stat zu redene er uorlüst sine sinne vnd erret an alle sinen wortenwertenWorten Es spri-chetOch sprichetEs sprichet ouch ysidorus uonvonin dem buche von dem allermiss. höchsten gute · Der mensche mag alle ding flihen ane syn eigen hercze Dem mag er nicht entwicheniendert entrinnennicht entwichen nach enpflien wanne syn eigen sanwiczikeit uindet ön yn allen steten da er entrinnet dem
[Fol. 3vb]
orteil diser werlde da metmiss.mit mag er doch nicht entrinnenentfliehenentrÿnnen der straffunge siner san- wiczikeit wanne sanwiczikeit ist ein ker- ker da mit die sele alle zit geuangen ist Mercke nü was ein gute sanwiczikeit si das du icht errest Ein rechte gute sanwi- czikeit ist wanne din gemüte dinen willen stercklichen dar zu uorbindet das er götlich gesecze vnd götlichen geboten ein uolvolrichesvol begnü- gen ist vnd der wille alles das schuet vnd fluet das got uorboten hat vnd ouch götlich recht vnd wisunge vnd uormanunge uol- brenget als uel als er uormagerzúgen magvormag · Hugo yn dem buche uon der sele spricht Ein gut san- wiczikeit ist yn allen dingen süsze vnd hat lieb wedder hertlich nach swerlichnimet weder swere noch hertehat lip weder hertlichin nach swerlichin keyn ding vnd zuhet den frünt zu gnaden vnd den vi- ent zu gedult vnd zu freden ist aller men- lichemmenglichmellichen gütig vnd milde vnd mag ör got keine sunde uorwesen wenne sie ist nicht sümig an guten wercken Sie ist ein öber- schrift geistlicher gezirde vnd ein tempel des ewigen Salomonis vnd ein garte alles lustes · vnd ist ein gulden trütelbette gottes ein fraude der [enge]le ein schacz des ewigen [k]onges · ein sal gotes vnd ein wanunge des heiligen geistes vnd ein geczeichent b[uch] ynnen vnd usseninnen und usnenynnewenig und ussewenig vnd ist des herczen kunst vnd wissen daswissen, dazmiss. alle ding glich in got geor- dent sintordnetgeordent syn Dis spricht er uon [einer lobe]liche sanwizikeit mecke[sic] es wol es ist dirdirgar gut . Vnde dar umbe salt du liebhabendeminnendeliphabende sele eine gute sanwizikeit han wan- ne es spricht CassidorusCassiodorus in ainer epistelCassiodorus Der mensche hatvindethat keinen lon noch nucz bi got der syne sanwi zikeit uorloren hat vnd mag ouchǒch nieman zuͦnemen nochouch nicht geschaffen yn keiner heilikeit noch selig wer- den der nicht sanwizikeit habenhabenuben wel Du salt ouch mit diner sanwizikeit leben als sehe es alle werld vnd salt ouch also in dy- me herczen gedencke das dich got nicht dar umbe zu straffen habe Das ist alles ein gute sanwizikeit uolgest du or so machstu nicht geerren wanne ein straffende sanwi-
[Fol. 3ra]
zikeit öberwindet das hercze vnd zungen vnd alle sinne Das du einer gutenguͦtenmiss. sanwi- zikeit deste bas mugest geuolgen so saltu dich uaste hüten uor einer uorerten vnd uorwornen sanwizikeit die dich mag bin- den vnd twingen yn gotes zorn · vnde dis ist die wanne du uon unwissen nicht en- weist was du tun ader lasen salt vnd er- welen ader uorwerffen Ader wanne du dir selberselbermiss. also gar sümig bist das du uon nieman fragen noch lerne wilt nach uon nieman gewiset wilt werden in keyne wis das ist böse Dis ist ouch eine uorworren vnd eine uorerte sanwiczikeit das der men- sche unrichtigunrihtig und ainrihtigunrichtig ist vnd zuze vil undzu ueste uff öme sel- ber stet vnd keinen gelerten uolgen wel vnd synen eigen synnen me uolget denne götlicher lere ader der heilgen schrifft · vnd dem men- schen sine eigen wise bas geuellet den derdermiss. an- der lüte wol tun Das ist ouchǒchouch eyn böseboͤse. Daz ist och ain betrogenbose vnd vorlorne vnd ein uortorbene consciencia Das ein mensche ungeordente begerungebegirdebegerunge hat · noch sich guten lüten nicht genöszet vnd ouch zu uel uorcht- sam ist vnd erschrocken vnd ouch tut yn al- len werken solche uorerte vnd uorworne sawizikeit[sic] hinderslet den menschen das er sich nicht ynniklich zu gote gekeren mag Du salt solche sanwizikeit flihen wanne es spricht Gregorius ober ezeichielem In alle demallem demalleme das du tust sosodas salt du flihen yn das ynnewenigiste[sic] gemütegemuͤtehercze und gemüte vnd salt süchen den gezügen vnd den richter diner sanwizikeit wanne es hilffet dich nichtverfahet dich nit úber alhilffet dich nicht das dich alle werld rümet vnd dich din eigen sanwizi- keit rügetruͤget. Won dir mag nút geschaden, daz dich alle die welt schúhet, wenne dich din aigen consciencie schirmet.rügit Bernhardus spricht uon deme labe der liebeminnelibe Der mensche hat eine gute sanwizikeit der syme nehsten gutes gan als öme selber vnd yn allen dingen die ere go- tes me meinet den sich selber Dis habe ichBisher han ichDys habe ich dich fünfter alde dich liebhabendeminnendeliphabende sele gelert wie du dine sanwizikeit halden salt.soltsalt und volge myr in tugentlichin werkenn Aber nü somiss. wise ich dich das zu der sanwizikeit notdorfftig ist eine gute meinunge wanne eine reine gute
[Fol. 3rb]
meinunge machet alle werk gut Vnde eine böse meinunge uorhörnet alle dingwerkeding da- uon spricht Bernhardus ananin dem buche uon den sechs uitichen desdezder seraphin Es ist nicht zu merckenne was der mensche wer- ket man sal aber prüfen in was meinunge er wercket wanne die frucht aller wercke ligen an eynueldikeit der meinunge Gre- gorius spricht yn dem buche der sethendem buͦch von den sittenlibro de moribus Also ein hus stat uff sülen vnd süle sten uff grunt- festen Also stet ein heilig leben uff togenden Aber alle togende han ein enthald uon einer reinen lutern meynunge wenne sie ist ein gruntfeste aller tögendericher wercke Nu ist etlicher menschen meinunge yn disser werl- deweltmeÿnunge vnd nicht in got vnd die kümet uon ey- nem uerlasen gemüte vnd die ist nicht gutunvervangennicht gut Es ist ouch ein ander meinunge als were sie in gote vnd ist doch nicht in gote also der gliszenerglichsnerglissener meynunge Die han ouchoch kainouch. rechte gruntfesten wanne sie han einen schin vnd nicht eine blibende warheit Es ist ouch ein ander meinunge in got dörch des lebende menschen leb[en] vnd [not]d[orftigkeit vnd] die begert einer na[runge des libes uon ey-] ner uorzageten misse[truwende des gemutes] Das der mensche zu gote hat [das her gote] nicht get[ruwet dy meynunge ist ouch bösze] Es ist ouch [ainainein ander mainu]nge [durch ander sache] denne dorch got vnd doch umbe got vnd [in] got Als Martha sich übete unserme [hern] ihesu christo vnd doch nicht in aller uolkomen- heit also ör swister maria magdalena vnd die meynunge ist gut wanne es ist ein üben- de leben vnd benget[sic] allen lonund bringet allen lǒnemiss. Aber die aller- beste meynunge ist yn got umbe got vnd dorch got vnd die also geschiet die istist dieist die aller lobelichst vnd die beste Vnd ist der teil dendender man erwelen sal vnd behalden vnd nummer abegelon uon dem spricht Rabanus über moyses buch wanne das gemüte eyne meynunge hat nach zitlichen sachen ader eren aderoder nucze oderader was nicht got meinet das ist alles nicht gutunfervangennicht gut Aber die meynunge die sich
[Fol. 2ra]
din leben ernstlich vnd endelich beuelen mit alle diner craft in die heiligen driualdikeit Das ander dem uaterdaz din der vatter huͤtedas ander deme vater mit allem sime gewal- de Der son dich lere mit siner wisheit Der heilige geist dich bescherme mit alle siner krafft uor allem öbel vnd die driualtikeit sich mit dir uoreine nach dem aller besten Dar nach beuele dich in das edele susze frucht- bar liden ihesuihesuunsers hern ihesu christi Das es dich behüte uor allem liden geistlich vnd liblich alle zit Dar nach so bet die kongliche keiserin vnd frou- wenund frowenmiss. Marian gotes muter vnd alle engel vnd heiligen das [sie dir umbe got erwer]ben alles das du bege[rst zu libe vnd zu sele vnd] zu allen an[dern] sachen. Dar nach so hebe an zu bethene zit mit andachtandaht und ernstandacht und von gancze herczen vnd la[sz] dich dar an nieman erren vnd also uel du mügest so tu dyn gebet in der kerchen uor dem heilgen sacramente da got selber wanet [mit sinen] heilgenhailigen undliben heilgen und engeln In dinem gebethe saltu dyn her- cze vnd dine sele gar vnd gantz yn got al- leineallainlege kerenkerenkeren und wendenn vnd mit allem flisze betrachten was du betest vnd wanne vnd [waru]mbe vnd das alles byeinander synsol ... stǒnsie so wert dyn gebe- de gote geneme vnd wertund wertmiss. Ouch saltu nicht lute rufen nach sufzen wanne du betest na[ch] [u]aste an dine brust cloppfen uor den luten Du siest denne alleine das solche wise niemant hore den din hemelischer uater also dich ihesuihesuunser liber herre ihesu christ leret wanne es spricht Am- [brosius] in libro de officijs incipitmiss.et dicit Oratio pura [simplex] dilucida etcetera In dem [buche uon] den ampten Das din gebet sal lüter reine ein- feldig syn vnd uol gna[den vnd] ernstes vnd ane zuuelle ussewenigerusseruszwertiger dinge AlleAberAlle ander wise die zu betene gehören wert dich leren der zwelfftesúbenczehendesobenczende alde zu male wol dar nach salt du wol betrachten das lieblichegar endlich betrahten daz minnerichewol betrachten das libliche liden ihesu christi mit aller sussikeit andacht vnd erns- te vnd wer das nicht entut der mus uor- terbe spricht ein prophete vnder sime uolke Ouch saltu dar nach etwas gutes lesen uon gote ader uon der heilgen leben ader us deme sal- ter aderoder anderadder ander andechtige materie uon andern gutenmaterie, die dich aber dar raiczen muͤgen ze bettendematerie von andern guten dingen
[Fol. 2rb]
dingen Aber üppige mere [vnd bücher salt] du dorch gotes willen uo[rmiden wan si] uorstörenzerstoͤrentzustoren alle andacht Dar nach [saltu zu] tische gan nach deme als du den morg[en]und der morgenals du den morgen mit seligenseligenseligen tugentlichin wercken also uortruwestvortriben istvortrebin hast [vnd] dinen tisch segen sprechen vnd nicht achten ab du obenan ader vndenan dem tische siczest Adder by iungen ader by alden vnd doch saltu den alden entwichen vnd die Jungen yn eren habenhaltenhalden vnd dine diener [saltu] nicht zu uel öbertribe an deme tischeúber triben an dem tischeuber dem tische umbtribe m[it] groszer dancbarkeitdankberkaitandacht und danckbarkeit saltu enpfahen wa[s] man dir uorseczet nachundund salt keine spise sche[l-] den nachnochund nicht synsehensÿnne haben uff kastbar sp[i-]se nachnochund nicht zu uel essest öber dine notdorfft vnd salt essen reiniklich vndund suber undund messzicli[ch] vnd nicht zu sere [ÿlen]nit ze vast vil ilenundnicht zu sere ÿlen vnd nicht freue- lich vndundnach ungekuwet [sli]ngenslinden vnd geden- ke das sente Gregorius spricht quia apa[ra-] disi gaudia percibum cecidimus etcetera Also [wir] mit frosze in dem paradise uoruallen [sint] also werden wir ouch mit mesziger [spise] zu uel tögende geschickt vndUndEs spricht [ouch] [Johan-]nes CassianusCassiodorusJohannes Cassianus de institucione m[onachorum incipit] non enim vini crapula mentem [inebr]iare etcetera In dem buche uon der stifftunge der mon[che] [das zu vil unordentlicher spise vorhönet] [nicht alleine des menschen gemüte vnd] [stetikeit Es weret öme ouch beten] wachen vnd uasten vnd uorstortzerstoͤret im den lip und verwierretvorstoret öme [die] [sele vnd vorkor]zet [öme] das [leben] vnd brenget uel ungemachs an a[llen] mensch[en] vnd mit mangerleie siechtagen Ouch saltu messig syn an trancke vnd [du] alle z[it] wisses was du zu schaffene hast Ouch sa[l] du essen vnd trincken dorchdurchnach notd[o]rfft vnd nicht dörch wollust nach nieman zu liebe nach zu leideze liebe noch ze troste noch vor gailhait noch von noͤttunge noch von muͦtwillenzu libe nach zu leÿde An zwen moln in dem tag[e] saltu dir gnügen lanain benuͤgen hǎndÿr gnügen lan wan du nicht uas- test Dich twingen denne siechtage vndeundadder [ander] krancheit zu einer andernainer anderander wise Ober de[m] tische saltu swigen das dir dindindie zunge ich[t] enpfalle uon wolluste der spise ader tranckestrinkenstranke Diner ougen saltu behut sinsinsin und nicht umbe dich sehin ab ÿmant mer adder mÿnner esse und diner [hende]
[Fol. 2va]
[salt du ouch phlicht] han vnd [dynen] [tischgezug] suber haldenhandlenhalden vnd nicht [umb] [dich sehen] [ob iemant me oder minder] [bas oder wirs]ob iemant me oder minder, bas oder wirsmiss. [ze] essen[d] [habe vnd was dich] [got sundern] spisetrehtelinspise [beret] die teile mit den andernden andernandern armen luten in götlicher früntschaff Du salt ouch ober dem tische gedencken an das obent esszen das ihesusihesusunser herre ihesus christus sich selber gab sinen Jün- gern un[d] uns allen den die yn synem wil- len leben spise wel mit öme selber in dem ew[i]gen [le]ben [als] erer selberer gesprochen hat vnd sult dancbar syn vnddankberlichendanckene sie vnd uor alle die betten [d]ie die [spise] ererbeit haben Vnd dar nach uon dem tische uff stan vnd gote danckengott loban und dankengote dancken [a]lle seiner gut teteguͤteguttete Nach dem tische salt du [dich] ergan mit guter betrachtunge vnd mit betene Dar nach siczen ober din werk das [du uon] notdorfft denne wercke salt vnd [nicht] uon girikeit vnd gote zu labe vnd nicht der werlde zu rüme nach zu [uppikeit] nach zu wolgeuallen der men- schen wanne also tetalso tettmiss. die hemelsche [furstin]himelfúrstinhummelische keÿserÿn Maria [go]tes muter die teilte ör zit [in sollichir] wise also [du] liebhabendeminnendeliphabende sele lesen [wirst] in dem [zwilfften] aldenaltenalden nach mir der dir da uon seit uil öber [alle mosse wol] Uff den [abent saltu betra]ch- [ten wie du dem tag mit lobelichin wercken vorzerit] [hast vnd vorgangen nach gotis willen wanne es] [spricht unnser liber herre ihesus christus in dem ewan-] gelio [Das an dem iungisten tage ein yg-] lich [mensche rechenunge gebe mus von] aller z[it] es sie wol ader öbel uorzert habees wol oder úbel verzeret sigees habe sie wol adder vbil vorzert hat [wie] du aber denne die zit hast uor- treben [das] betrachte denne wol ab du des tages [me] gutes ader böses uorbracht hast Vnd ab [du] uz dinen wercken icht zu ruwen- de ader zu bichtende vnd zu buszene hast daz du die [uor]sumten werck alle besszersbesserstbessers Dar nachIn der nahtDarnach saltu dich an din bette legen slaffenmiss.slaffe vnd la[s dir] lieber syn es sy herte den weich · vnd was du guter segen künnest uon der gotlichen lere Da mit saltu dich segensegnenseÿnen das dich der böse geist icht uorkere in sla- fen ader in wachen In dem bette saltu num-
[Fol. 2vb]
mer [nacket lygen] nach dich selber nicht uel beruren nach angriffen in keinen wegwegewisz [das dyr] ergerlich sy vnde lig allein so ist got [bie dÿrdir dest volkomenlicherdÿr Dyn lip] vnd alle dine ge[leder] sullen wolwolalle uordackt syn in dem bette Vnde salt dyne hende nach arme nach fusze nicht uff werffen vnd mit allen geledern gestreckt ligen vnd uon nieman keine betrachtunge han in dein bette denne uon got alleine wen- ne aber du eine notdorfft geslaffen hast so laz dichdich dindich fulheit nicht öberwinde So stant uff vnd ermunder dich das du dar nach den ganczen tag dich deste bas zu gote gekerengelerengekeren mögest wanne es spricht Bernhardus in siner epistelnepistel ainerepisteln Hüte dich du diener gotes das du nummer genczlich slaffest vnd din slaff dirmiss.dir me si ein müde denne ein ruwe wannewon nit verswendetwanne un- sers lebens nicht als uel uorbrenget denmer, dennenicht also vil vorbrengit dann daz wir mit slaffen uorliesenverlierenvorlysen vnd wanne du slaffen gest so salt du alle zit yn dime gedech-tenissegedenknússeherczen etwas gutes han mit dir zu tragen das dich böser tröume erwereentwermügest erweren wanne me szig esszen vnd trincken macht messzige sin- ne vnd ruwigenmunder und muͤssigruwigen slaff [wa] uon aber troume kamen vnd was sie beduten das wert dich der [sebende] leren [zu] hant nach mir. Disse [lere gehit alle uff zucht wandel vnd wyse vnd] [geberde wanne] es spricht Pegtagoras der heydeninsche [meyster in suis preceptis Qui] [brevi tempore pre pudoris disciplinam us patitur etc.] wanne der [mensche]Werwanne der mensche eine korcze [zit schemdenn] dörch [zucht] wilnwillenmiss. nicht liden wel [der mus] aber all[e zit] en schemden bliben dörch dermiss.der un- zucht will[en wanne d]es menschen hercze [ane zuchtige] geberde vnd wandel ist so mag er nicht erhoet werdenwerden. Und also der mensche genidert wirt von vrohlicher ungebaͤrde und unzuhte, also wirt er och herlichen erhoͤhet von ainem zúhtigen wandel. Es sprichet Gregorius in dem buͦche von den sitten, och giht Hugowerde wanne es spricht Hugo de institucione noviciorumvon der underwisunge der noviczende institucione noviciorum et dicit Quamuis in nullo loco disciplinam etcetera wie wol das sie das ist diedaz sige, daz esdas sie das ist die den menschen wol ziret das er hobische geberde vnd hofenlichen wandel vnd zucht üben an allen stetten Doch füget es sich sel- beraller besteselber an der stetikeit zu bezeigenerzoͤgenbezeigen da er ergerun- ge gemacht hat vnd böse bilde geben hat vnd sümig ist gewest mit ungeberdenungeberdenguten geberden vnd sal
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About this text
Identification
Oxford, Bodleian Library, MS Germ. b. 3, fols 2-3Contents
Two fragments of Otto von Passau's 'Die 24 Alten', fol. 2 from 'Der sechste Alte' and fol. 3 from 'Der fünfte Alte'.
History
Origin
Germany in the late 14th century
About this edition
This is a facsimile and transcription of Die 24 Alten.
The transcription was encoded in TEI P5 XML by Lucian Shepherd.
This work was kindly supported by the Association for Manuscripts and Archives in Research Collections.
Availability
Publication: Taylor Institution Library, one of the Bodleian Libraries of the University
of Oxford, 2025. XML files are available for download under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License
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Source edition
Otto von Passau's 'Die 24 Alten' late 14th century
Editorial principles
Created by encoding transcription from manuscript.
Otto von Passau's 'Die 24 Alten' (The 24 Elders) was one of the most popular and widely read texts of late medieval vernacular catechism, with over one hundred and sixty known manuscripts and fragments. The text originated in the Higher and Upper Rhine area in South-Western Germany and circulated as far north as the Netherlands. The earliest witness is dated to 1383, but the text remained in demand into the age of incunabula and beyond, with the first print published in 1480 and the last in 1607 during the Counter-Reformation. These recently discovered fragments were written in the late 14th century, most likely in the area of Eastern Central Germany. Curiously, few witnesses can be dated prior to 1400 and indeed few can be traced to this dialectal area, thus making these fragments of particular interest. As a result, I present here a diplomatic transcription accompanied by an English translation by Henrike Lähnemann and myself so that you get a taste of Otto von Passau's writing.
For more on the fragments themselves and on their relation with other witnesses, please see my forthcoming article in ZfdA entitled 'An Early Witness of the '24 Elders' in Oxford/Ein früher Zeuge der ‚24 Altenʻ in Oxford': http://www.zfda.de
In the following transciption, the order of the folios has been reversed so that the Fifth Elder comes before the Sixth. Line breaks and column divisions have been kept to faciliate reading the fragments themselves. I have also kept the text's distinction of u's and v's and use of the punctus to punctuate the text. I have, however, expanded abbreviations (marked in italics), normalised long s's with round s's, represented all diacretics with an umlaut, and marked any scribal errors by '[sic]'. Two coloured initials are also represented in bold. Some portions of the text are significantly damaged from glue and being cut to use as a pastedown. Consequently, I have inserted the remaining text (marked by square brackets '[]') by drawing on two sources: the preliminary edition of the Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften's Otto von Passau project as well as Coburg, Landesbibliothek, Ms. Cas. 43 — a witness related to this fragment. Like the Coburg manuscript, the Oxford fragments use the German loan translation 'sanwiczikeit' as opposed to the Latin 'consciencia', and quote its sources in Latin alongside a German translation. At times, however, the Oxford fragments follow the wording of the Leithandschrift of the BBAW edition — Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. St. Georgen 64 instead. I have based my decision of which textual version to follow on what can be made out on the page and what would fit the letter spacing. Headers for the folios and columns have been supplied and an appartus with textual variants from Cod. St. Georgen 64 (#Ka1) and Ms. Cas. 43 (#Coburg) is included.
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