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    Zu Kayserlicher Maie- stat/Dem Aller groszmechtigsten für- sten unnd herren der gantzen welt Carolo/dem fünfften etc. Einem haupt und beschirmer der Cristenheit / Doctor Martin Lutherslere/samt andern des heiligē Reichs vnderthan Clagen/ware antzeig/ Zů hinlegung/ herinnerūg vn̄ Bitte.
    Zů dem Leser
    Ich bit vmb Got veracht mich nitt
    Lesz mich von anfangt bysz ind mitt
    Vnd darnach auch vntz zů dem end
    Die warheit lob/die laster schend
    Dan̄ disz gedicht ist nit gemacht
    Das ymant frůmbs dar in̄ veracht
    Allein dens tryfft der besser sich
    Vnd helff vns got yns hymelrich
    Amen.
    [Page ai-v]
    O Keyser dir tůt warlich not
    Das du gůtē vn̄ weisen rot
    In Sachen habst / ich ytzůnt hoͤr
    So lauffen in deim Reich herfoͤr
    Das Got durch seinen heiligen geist
    Als ich fürwar glaub aller meist
    Erleücht hat eines menschen hertz
    Der ytz mit anfechtlichem Schmertz
    Zů vffenthalt der christenheit
    Dar in̄ die gots gebot zerstreit
    Seint / lange zeit in̄ grosser eir
    Bestanden durchrecht gottes leir
    So durch weltlich rům / eer/ vnd lůft
    Durch gottes hirten ist verrüst
    Vsz yrm anhangt zeitlicher freydt
    So feind ir Schoͤflein gar zerstreydt
    Vnd so nůn got har ytz erleücht
    Eins hyrten berg / der fürher freücht
    Und sagt sein brüdern ir vnweysz
    Dryns wyder gots lob / er / und breysz
    Irn Schaffen ytzunt gangen vor
    Vnd weisens vor der hellen dor
    Mit yrer grossen missetat
    Da mit sie vmbgan frü vnd spat
    Ir Schoͤflein gang in düre weyd
    Bringen in iamer vnd hertzleyd
    Siethůn sie Schern vnd beropffen
    Das drůff nit ein wassers tropffen
    Mit růgsich mag enthalten drůff
    Die hirten nemens an vnd vff
    In yren fact der bodem leer
    Der auch nit / mir / gůt / lůft vnd eer
    [Page aii-r] Erfült mag werden keiner Stund
    Ir eytel bgir die hat kein grůnd
    Das leit ytz offentlich am tag
    Dan̄ douon geet ytz alle sag
    Vnder Heyden / Juden / Christen
    Moͤgen sie sich nit geftristen
    Ir werck / thůt / des zeügknis geben
    Wie se volnfürn gotliche leben
    Das got die harr nit sehen mag
    Seinr frōmen Schoͤflein pein vn̄ clag
    So ers mit seinem blůt erkaufft
    Das sie so gar werden beraufft
    Sein botschafft er zůn hyrten sant
    In warnungs weisz gemacht bekannt
    Das sie verirt durch pfed vnd steg
    Wyderkerten vff rechte weg
    Die got yn selbs ist gangen vor
    Laut des Euangeliums fürwor
    Fyndens der weyden uberflůsz
    Vnd thůn ir arbeit nit vmb fůsz
    So diesse warnung yn verkündt
    Haltens vor eines ketzers fündt
    Vnd treüwen im zůs Feüwers pein
    Sie wollen ongewarnet sein
    Sagen sie wüszen selbs gots leer
    So in dient zů irm nůtz vnd eer
    Vnd was vōmenschē ist volnbracht
    Achtens mer / dan̄ got selbs gemacht
    Und Euangelilerung thon
    Die woln sie sich nit weysen lon
    Das doch der war vund ewig got
    Durch seinen mundt gesprochen hot
    Vnd aller welt hat wol verkündt
    In tugent zů leben one fundt
    a ii
    [Page aii-v]Den selben wegt gyng er vns vor
    Das wir auch zů dem selben dor
    Geraumpten vnser besten macht
    Vn̄ was vō vns nit moͤcht vollbarcht
    Werden mir rechter reüw vnd leid
    Wolt er durch sein barmhertzigkeit
    Erstreitten vns eins überflůsz
    Durch viel vnd mangfeltige grůsz
    Seins heilgen blůts vnd leidens pein
    Da mit er selbs will danckbar sein
    Seim hymlischen vatter vor vns
    Vnd vnser sund tragen vmb suns
    Ausz ewiger lieb vnd gütigkeit
    Seins vatters vsz gehorsamkeit
    Solchs als ist von hirten veracht
    Sie leben in weltlichem pracht
    In freüden / lůst / geitz / gůt / vnd eer
    Achten gottes gebot nit mer
    Dan̄ so viel yn zů irm verstandt
    Meren / eer / lůft / freüd / leüt vn̄ landt
    Des all ir werck zeügknis geben
    Wie geistlicheit fürt ein leben
    Zů Rom / vnd auch grossen Stifften
    Sie prachen die heiligen Schrifften
    Die sie mit vnkostend hand verdeckt
    Die warn gottes wort hant versteckt
    Das mans bloͤszlich vernemmen kann
    Wo nit grosz fleisz da wirt gethan
    Durch sunder gnad des helgen geist
    On den kein tugent mag volleist
    Werden in diessem ianertal
    Das glauben sie all nit mit al
    Vnd mein allein durch irn verstandt
    Zů leben hie on vnd schandt
    [Page aiii-r] Achten gots hilff nit dürfftig sein
    In yrem tugent leben schein
    Das thůt mich warlich befremmen
    So sie gots wort recht erkennen
    Dar in vns got gar vnuerdeckt
    Beuilcht sein hyrten vnuerwent
    Das vns altzeit machen bekent
    Sein glauben / gebot / gůte recht
    Wie solchs on falsch geschrybē stetht
    In warem Euangeliūbs grunt
    Dwarheit nie keinr verandern kunt
    So er durch gottes hilff vnd rat
    Den rechten weg gesuchet hat
    Vnd den im helgen geist volnende
    Solch vrteil ward noch nie zertrent
    Diesz urteil dhyrten diesser frist
    Durch scheilich werck gar vermischt
    Vsz geytz ir weltlichen begyr
    On gut exempel gands vns fyr
    Grosz sund thunt sie erwecken
    Sunst ie tugent gar bedecken
    Das man sie nit erfaren mag
    Es sei bei nacht oder bei tag
    Ertzeigens als ein falschen Schein
    Als solt gůts drin verborgen sein
    Solchs weiszt nit ausz die gottes leer
    Dan̄ wort und werck sein gottes eer
    Vesten glauben vsz hertz vnd můndt
    Die gand vsz eim geistlichen grůndt
    Den / sie / ich fürcht / verloren hon
    In blyntheit yrer handlung ston
    Ir geistlicheit ist gar bedeckt
    Weltlich begir in̄ yn erweckt
    a iii
    [Page aiii-v]durch / er / lůst / rū / gur vn̄ auch pracht
    Daben sie gots wort gar bedacht
    So einer ytz die decket ůff
    Darausz machens ein grossen růff
    Küheln zůsammen als diesem
    Sagen die ding sein yn gantz new
    Sein nie gehoͤrt zů keiner zeit
    Des wollens han kein wyderstreit
    Sie woln auch gar nit han geirt
    Sagen ir gesetz sein fundirt
    Durch Baͤbst vnd auch Concilion
    Den wollen sie sein vnderthon
    Dan̄ ein Babst der hab gātz kein ziel
    Zů thun vnd lassen was er weil
    Dar wyder man nit reden sol
    Er thu recht übel oder wol
    Vnd wer dem babst will reden yn
    Der sol vnd můsz ein ketzer syn
    Ruffen daruff den keyser an
    Er soll die sachen lassen stan
    Zum Concilium das hab macht
    Zu scheiden irn streitlichen pracht
    Dem die richter sachwarter sein
    Solchs precht alsdā warlich zu pein
    Doctor Luthern erst aller meyst
    Der warlich red vom heilgen geist
    Vnd ob yn wol des zornes wůdt
    Durch vngegrünten wyderstreüt
    So ym die vngeschickten leüt
    Der heilgen schrifft haben gethon
    Die gottes ler vors liecht woln ston
    Vsz freuel vnbedachtem můt
    Das mich für war bedünckt nit gůt
    [Page aiv-r]Es wer dan̄ geschehen vnueracht
    Vnd in gütigkeit volnbracht
    Als dan̄ so wer durch gutten rat
    Gut vnderweisung gschen drat
    Dem grechten menschen stet der val
    Zu tag vnd nacht wol sieben mal
    Darin̄ er mag vnd vffsten sol
    Mit reüwen seines hertzen fol
    Durch anruff gots barmhertzigkeit
    Die allen sundern ist bereit
    Tag vnd nacht zu aller stundt
    Als got versprach mit seinem mundt
    Drumb nit vmb bwegliche wort
    Doctor Luthern / sol vff ein ort
    Sein heilge leer gesetzet sein
    Als ich für war gentzlichen mein
    Was aber doctor Luthers schrifft
    Vngewon neüwerung betrifft
    Darin̄ mag ein kayser tragen
    Den partheien vndersagen
    Moͤcht kommen in gemeiner růg
    Darausz der gantzen cristenheit
    Mag kommen vnfryd vnd grosz leit
    Wo solches nit fürkommen wůrd
    Das für war ein schwere bürd
    Der cristenheit moͤcht vffladen
    D keiser verhüt den Schaden
    Dan̄ du ein haubt der cristenheit
    Behůt dein reich vor allem leit
    Behalt vns frid vn̄ mach vns gleichs
    Mit rat der glyder deines reichs
    Von got geordnet zu der sach
    Den tag vnd nacht gar kein gemach
    [Page aiv-v]Nach růg gepürdt vff diesser erd
    Das cristlich glaub gehalten wird
    Von den so vns sollen gan foͤr
    Durch gut exempel als ich hoͤr
    So Cristus selb geleret hat
    Hie vff erden früm vnd spat
    So das als ich hoͤr nit geschicht
    Ausz viel doctor Luthers gedicht
    Den ich warlich nit achten kann
    Vnderst dan̄ vor ein frommen man
    Der gots gebot gern lauter maͤcht
    Vnd gottes wort recht fürher brecht
    Das boͤsz übung vnd verstant
    Die lang zeit hant überhant
    Genommen in der Christenheit
    Würd vffgehaben vnd abgeleit
    Vnd vnferhirten nit so treg
    Vns fürten vff die rechten weg
    Irn boͤsen myszbrauch stelten ab
    Dan̄ ein gemein ergern sich drab
    Vnd werden gar dar durch verirt
    So gottes gebot also zerzirt
    Werden / von den yn gon soln for
    Das machet boͤsz nachuolg für wor
    Ir geistlichen merckent das recht
    Das gar nit besser ist der knecht
    Dan̄ der her / als er selber spricht
    Der auch gepor hat auff gericht
    Die nit besser moͤgen werden
    In dem hymel nach vff erden
    Durch keines menschen syn̄ nach list
    Dan̄ got allein almechtig ist
    Der seinen wercken gibt das ziel
    Weder zů wenig nach zů viel
    [Page Bi-r]Drumb nyeman etwas setzen dran
    Nach daruon auch nit nemmen kann
    Kein babst / kei heilg / nach ēgel hoch
    Wie wol das ich hoͤr leider doch
    So gar viel vngeschicklichkeit
    In diesser welt sein auszgepreit
    Durch die selbs solch weren sollten
    Drumb sie nit wollen gescholten
    Werden von menschen nach von got
    Vmb ir man gfaltig missethot
    Dar ins allein mit grosser macht
    Mit gelt vnd boszheit yren pracht
    Sich vndersten zů trucken ausz
    Da mits in̄ yrem alten sausz
    Hoffart geitz vnd vnkeüsch leben
    Dar in̄ pleiben wer yn eben
    Darumb sie grosse practica
    Gemachet haben hie vnd da
    Bey hohen vnd nydern genant
    Dar zů bey irs gleich geistlichs stant
    Wunderlich habens practicirt
    Durch grosse meng viel leüt verirt
    In yrer gůten conscientz
    Dar durch erlangt felschlich consentz
    Das all die guten wort vnd ler
    Der Christenheit zů lob vnd er
    So doctor Luther hat gemacht
    Dar durch in gutverstant hat pracht
    Die gottes ler vnd sein gepot
    Die lange zeit sein seer versor
    Von geistlichen auch hoch veracht
    Drumb habens sies ins feüer pracht
    Vff das nit dem gemeinen man
    Solch tugent werden kundt gethan
    B i.
    [Page Bi-v] Dardurch mā dā moͤcht merckē recht
    Was doctor Luther fůrher precht
    Gots oder des teüfels gebot
    So wüst man was man vrteiln sot
    Vnd erfüer dan̄ die rechten mer
    Wo oder wer ein ketzer wer
    Dan̄ offentlich ist das nyeman
    Vff einer parthei sag vrteiln kann
    Es gsche dan̄ mit gewalt on recht
    Das ymant das herfürher brecht
    Durch gewalt / gelt / gunst / oder gab
    Kayser darauff vffsehens hab
    Dan̄ du vor gelt / gab / gunst vn̄ golt
    Das gotlich recht beschirmen solt
    Daruon dich nyman wenden sol
    Darumb bedenck dich recht vnd wol
    Ob du würst rechtlich angesprengkt
    So hab gut rat bedenck das endt
    Mit fleisz so hab ich disputirt
    Mit leüten die vast hoch gelert
    Dar zů mit leien hochs verstandts
    Die ich für war on allefandts
    Als frommen leüten wol gepürdt
    Mit anders dan fromlich gespürdt
    Die halten darfür on gebrecht
    Wer doctor Luthers schrifft lsz recht
    Mit guter conscientz betracht
    Da mit gots bot auch nit veracht
    Der kann für war nit sagen frey
    Das der Luther ein ketzer sey
    Nach auch des glaubens stee in̄ irr
    Für war aber das glaubent mir
    Als doctor Luther macht bekannt
    Viel laster vnd auch grosse schant
    [Page Bii-r]Die ytzunt treiben on all won
    Die theolischen Curtison
    Die vnbedacht vnd auch behendt
    Doctor Luthern haben geschendt
    Dar zů verschmecht vnd ser veracht
    Vn̄ all sein Schrifft ketzerisch gemacht
    Da mit den man gepracht zů zorn
    Dar durch er vngedultig ist worn
    Vn̄ hytzigklich sein Schrift volpracht
    Desz halb im leür gehasz gemacht
    Die nůn thůn nach sprichworts sag
    Das kein hundt nit bald schreiē mag
    Es seidan̄ sach das man̄ yn treff
    Dan̄ leszt er vsz sein stym̄ spricht meff
    Also thůt auch die geistlicheit
    So man̄ in ytz die warheit seit
    Die offentlich leit ytz am tag
    Ir keiner mag dar wyder sag
    Derhalb so hangens ernstlich an
    Wyder Luthern den frommen man
    Mit demsz ir sach mein zů decken
    Vnd sein tugent zů verstecken
    Mich dünckt für war es reim sich nit
    Sie haben nit ein gleichen strit
    Dan̄ doctor Luther redt vom geist
    Vnd volkomenheit aller meist
    Er lert auch alle gotlich recht
    Für war on alle missethet
    So von got selbs sein viel geseit
    Vnds euangelium clar vszpreit
    Dar wyder redt der wyderteil
    Streitent allein irm fleisch zů heil
    Arguirn durchs recht vnd natur
    Volkommenheit die schmackt yn sur
    B ii.
    [Page Bii-v] Die sie warlich halten sollten
    Wo sie / als sie sagen wollten
    Ye das Babstlich ampt vertretten
    Folten billich gottes retten
    Dan̄ ich bericht byn aller meist
    Got sei zů dyen allein im geist
    Dan̄ vor Pilato got selb meldt
    Mein reich ist nit von diesser weldt
    Darumb so acht ich garon won
    Got wol geistlich stathalter hon
    Die on allen pracht vnd schertzen
    In lieb / on lon / im dien mit hertzen
    Vnd volgen nach dem gottes pfadt
    Den er yn vor gegangen hadt
    Brauchē allein das geistlich schwert
    Als got on zweifel | von yn gert
    Das sie der welt lassen irn pracht
    Der billich von in wůrd veracht
    Dan̄ das sprichwort / ist vnuerholn
    Das nyemant zweyen herren woln
    Got vnd dem teüfel keiner frist
    Recht dynen mag on argelist
    So got warlich nit vngeferdt
    Auch selb geordet hat zwei schwerdt
    Warlich der Christenheit zů gůt
    Da mit der glaub auch recht in hůt
    Altzeit mit fleisz gehalten werd
    Geistlich / Weltlich vff | diesser erd
    Ein schwerdt dez andern helffen solt
    Welchs sich vom rechtē wendē wolt
    Vnd weisen vff die rechte strasz
    Zů leben recht in guter masz
    Vnd on der babst vngedults crafft
    Redt beyd schwerdt sein brechafft
    [Page Biii-r]Drūb nach gemein sprich worts sag
    So ists gewysz on alle frag
    Wan̄ ein hantdand weschst mit fleisz
    So werden sie albeid schoͤn weisz
    Drū Kayser greif dein reich auch an
    ☞ Darinn all ding auch nit wol stan
    Die armen leiden grosz beschwer
    Mit atzuntz / schatzung / hyn vnd her
    Mit rauben / kriegen grosser fron
    Werdens ir notturfft altzeit on
    Frid schůtz vn̄ schirm māgeln sie vast
    Vff freier strasz auch angetast
    Solchs als die hanpter nit thū wern
    All tugent thůn sie ser verkern
    Zů eygnem nůtz man ytz geneigt
    Das sich ytz allenthalb ertzeigt
    Rein übel man auch gar nit strofft
    Dan̄ allenthalb praucht man̄ sie offt
    Vnglaub / Eeprůch vnd Füllerei
    Acht man ytzundt kein schand mer sei
    Drumb Keiser gedenck zů diesser frist
    Von was vund wem du kommen bist
    Der schoͤpffer hymels vnd | der erd
    Der hat gemachet dich im werd
    Durch seins einigen sones todto
    Hat er geholffen dir ausz nodt
    Vnd sich in dein gleichnus geben
    Dir erlangt das ewig leben
    So du auch folget seiner leer
    Die dich dan̄ lert sein lob vnd eer
    Zů mern alltzeit früw vnde spat
    Durch sein gnad er dirs geben hat
    Vnd auch als offt du der begern
    Will er dich alle zeit gewern
    B iii
    [Page Biii-v]Darumb so stet die sach zů dir
    Durch crafft seins eingeborn sons er
    Der dir solchs als erworben hat
    Bei seiner heiligen trinitat
    Der halb durch seine güte hoch
    Sprach er zů vns kům volg mir noch
    Dan ich der wegk der warheit byn
    Mich glaub dei trost hoffnn̄g vn̄ syn
    Setz gantz altzeit in mich allein
    Ich byn der ewig vnd der ein
    Der allding kann vnd auch vermag
    Die warheit ich dir allein sag
    Vnd volgstu mir on abeweich
    So gib ich dir meins vatter reich
    Darumb so mustu alzeit gon
    Den weg der tugend nit verlon
    Das dir dem hoͤchsten haupt gepürt
    Das volnkomlich in dir gespürt
    Alle tugent vnd auch gots lob
    Als dan̄ schwebt dir seligleit ob
    In diesser auch in ihener welt
    Wirt dir gnůgsamlich wydergelt
    Von dem der alle ding vermag
    Nach rechter euangeliumbs sag
    So du aber tugent verlieszt
    In zorn zů zeit gheling verstiest
    So such an mich die recht wegweisz
    Es sei gleich laut oder auch leisz
    Dir will ich kein bit versagen
    Dan̄ du dich nymmer beclagen
    Von mir keiner barmhertzigkeit
    Die onentlich ist bereit
    Dem sunder der die thut begern
    Der sol meinr gnaden nit embern
    [Page Biv-r]O Kayser diesse kurtze ler
    Die finstu all geschriben ser
    In warem euangaliumbs grundt
    Die warlich got vsz seim selb mundt
    Geredet hat zů vieler stundt
    Darumb weitlauffig argument
    Die ytz in diesputatzen stent
    Die wern fürwar vermitten gut
    Sie irr machen des menschen mut
    Der nach einfaltiger gots ler
    Nachuolgt fleiszlich gots lob vnd er
    Darumb Keiser so ist mein rat
    Das du mit der Churfursten tat
    Mit fleisz zů diessen sachen thůst
    Es wirt dir anderst ein vnlůst
    Machen in deinem helgen reich
    Vn̄ ob schō nit würd darausz geleich
    Vffrůr oder krieg erwachssen
    So wirt doch nit vnderlassen
    Zů machen doch warlich on endtz
    Viel vngerügiger conscientz
    Vnder welichen vnd geistlichen
    Die darinn hart gewachssen sein
    In zorn vnd grimmigem gemüt
    Das allenthalb in̄ yn ser wüt
    Der halb gots güt vnd die warheit
    Wirt offt verruckt vnd auch zerstreit
    Dar ausz so kompt grosz ergernysz
    Als ich glaub warlich vnd gewysz
    In allen andern nacion
    Da diesse sach kombt zůuerston
    Drum deücht mich dast nit vnd[er]lyszt
    Vnd ernstlich rygel vnderstyszt
    Geboͤdst alnthalb in̄ diesser sach
    Das yderman het gůt gemach
    [Page Biv-v]In schrifften stunden gar in rů
    Dan̄ du wolst selber sehe zů
    Mit deinem heilgen roͤmschen reich
    Vnd ob stch yrgan vngeleich
    In geistlich vnd weltlichem standt
    Erfinden würd auch ytz bekandt
    Darin̄ wolstu in | gütlicheit
    Ernstlicher arbeit sein bereit
    Vnd als so wyder gottes eer
    Dar zů wyder gemein nůtz weer
    Wolst helfen in mittel wenden
    Vnd zů allem gůtten enden
    Deins vertrauwens als mir der zeyt
    Dan̄ diesse sach mit gehem streyt
    Sich gar nit handeln lassen will
    Dan̄ ich besorg das übers zil
    Die sach stch hab geryssen in̄
    Das man̄ gehling nit kom̄ darin̄
    Besunder mit geschicklicheit
    Woln diesse sach sein hyngeleit
    Man fahs an einem oͤrtlein an
    Von tag zů tag ye basz hynan
    Gestat kein schrifftlich disputatz
    Mach handlung gein ein in dratz
    Vnd such beym Babst die ersten weg
    Die zů der sachen hyneleg
    Vnd auch zů gütlichem vertrag
    Moͤg kommē / dan̄ es leyt am tag
    Viel vngeschickter handelung
    So Roͤmisch vnd geistlich übung
    Langtzeit on nůtz gestanden sein
    Vnd sich der mas geryssen ein
    Das gots lob vnd gemeiner nůtz
    Der halb moͤcht kommē zů eym trůtz
    [Page Ci-r]Darumb Keyser so greyffind sach
    Eyl ser vnd thů keins wegs gemach
    Wan̄ disz spiel kein schertz leiden kan
    Got helff das důs moͤgst vnderstan
    Der dichter der betzeügt mit got
    Der disz gedicht gemacht hat
    Das er vsz hertzlich guttem grůnd
    Sich des gedichts hab vnderwůnd
    Zů lob got vnd gemeinem nůtz
    Die weil er der partheien drůtz
    Vnd hytzig gemüt hab gemerckt
    Sich zů můt wil vnd hochmůt sterckt
    Das auch beidteil suchen behend
    In diesser sach nit stil stend
    Das yder bring in diessem streyt
    Vff sein seiten die besten leüt
    Darin̄ sparn sie kein gelt nach gůt
    Der warheit setzens vff ein hůt
    Das der Kayser vnd Chůrfürsten
    Des rechten grunds offt dunckel sten
    Dan̄ beider parthi schrift meiner acht
    Nit all gentzlich für sein pracht
    Dan werns der sach also bericht
    Als der gemacht hat disz gedicht
    So werder sach kein sorg zů hon
    Dan sie darin̄ nit stil würn ston
    Ich sag bei eyd für war gantz frey
    Das ich byngantz gar keinr parthey
    Dan̄ meinr vernunfft vnd conscientz
    Der thů ich folg vnd geb consentz
    Nach goͤtlicher gebottes ler
    Der ich allein gib rechte er
    Dan̄ got gett allen gsatzen vor
    Als dewangelien sagen zwor
    C i.
    [Page Ci-v]Dan ichs fleiszlich gelesen han
    Drumb ich daruon gar nit kan stan
    Wie wol ich ghorsam nit veracht
    Die mit gotgschichtvn̄ nit vsz pracht
    Da mit hab mein gedicht ein end
    Der got allsach zů deim lob wend
    Amen.
    Beschlůsz rede.
    In diessem bůchleynwirt gemeldt
    All yppigkeit in̄ diesser weldt
    Cleglich vor hnndert iarn geclagt
    Vn vffhoͤrn gschriben vnd gesagt
    Bei geistlich weltlich man es hat
    Vszgeschrauwen / auch mit der that
    Scharpf vn̄ streng widerstant getan
    Ketzers glaub der fyng dar durch an
    Vn sunst viel boͤsz / ergert sich ser
    Beheim wůchs yelenger ye mer
    Eins menschen halb sich das begab
    Leider von dem Babst vieln sie ab
    All ir gehorsam nam ein end
    Solch übel got ytz von vns wend
    Bedencks ein yder frommer crist
    Laszsten die sach wie ste ytz ist
    Bysz sittigklich mit guttem rat
    Babst Kayser yder in seim stat
    Der sachen acht / die yn betryfft
    Vermisch nit honig vnder gyfft
    Das nyemant myd vergeben werd
    Der menschen leip vff diesser erd
    [Page Cii-r]Der selen heil dar durch verkürtzt
    Cristlicher glaub darnyd gstürtzt
    Vom glauben solt nit weichen ab
    Wie den vns Cristus selber gab
    Vnd wandern einfaltigtlichen
    So magstu gantz sicherlichen
    Erlangen ewig seligkeit
    Durch war bicht / bůsz /rew vnde leit
    Schār wirt volpracht als ich bericht
    Vō not we dem durch dens geschicht
    Der menschen hertz erleüchte got
    Das bschirmpt werdē seine gebot
    Ordnung / recht / fryd / gehaltē werd
    Vnd ab gestelt all boͤsz geberd
    Miszprauch / vnd all vnrecht gesatz
    Stel man ab / on gewalt vn̄ dratz
    Geistlich vn̄ weltlich das es toͤg
    Vn̄ ydermā seins stants pleibē moͤg
    Die oberkeit mit fleisz seh dryn
    Die balckē vsz deim aug werff hyn
    Ee dan̄ das stüpflein wird gesůcht
    Der vnfryd macht der sy verflůcht
    Amen.
    C ii.

    About this text

    Title: Zu Kayserlicher Maie- stat/Dem Aller groszmechtigsten für- sten unnd herren der gantzen welt Carolo/dem fünfften etc. Einem haupt und beschirmer der Cristenheit / Doctor Martin Lutherslere/samt andern des heiligē Reichs vnderthan Clagen/ware antzeig/ Zů hinlegung/ herinnerūg vn̄ Bitte. ... Zů dem Leser Ich bit vmb Got veracht mich nitt Lesz mich von anfangt bysz ind mitt Vnd darnach auch vntz zů dem end Die warheit lob/die laster schend Dan̄ disz gedicht ist nit gemacht Das ymant frůmbs dar in̄ veracht Allein dens tryfft der besser sich Vnd helff vns got yns hymelrich Amen. 1521.
    Author: Köbel, Jacob, -1533; Charles V, Holy Roman Emperor, 1500-1558
    Edition: Taylor edition
    Series: Taylor Editions: Reformation Pamphlets
    Editor: Edited by Olivia Kobiela.

    About this edition

    This is a facsimile and transcription of Charles V, and Köbel, Jacob. Zu Kayserlicher Maiestat, Dem Allergrossmechtigsten FüRsten Vnnd Herren Der Gantzen Welt Carolo, Dem FüNfften Etc. Einem Haubt Und Beschirmer Der Cristenheit, Doctor Martin Luthers Lere, Sampt Andern Des Heiligē Reichs Underthan Clagen, Ware Antzeige, Zů Hinlegung, Herinnerung Und Bitte. ... [KöBel], 1520. It is held by the Taylor Institution Library (shelf mark: ARCH.8o.G.1521(26) ).

    The transcription was encoded in TEI P5 XML by Olivia Kobiela.

    Transcribed from: Taylorian ARCH.8o.G.1521(26) Images scanned from Taylorian ARCH.8o.G.1521(26)

    Availability

    Publication: Taylor Institution Library, one of the Bodleian Libraries of the University of Oxford, 2018. XML files are available for download under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License . Images are available for download under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License .

    Source edition

    Zu Kayserlicher Maie- stat/Dem Aller groszmechtigsten für- sten unnd herren der gantzen welt Carolo/dem fünfften etc. Einem haupt und beschirmer der Cristenheit / Doctor Martin Lutherslere/samt andern des heiligē Reichs vnderthan Clagen/ware antzeig/ Zů hinlegung/ herinnerūg vn̄ Bitte. ... Zů dem Leser Ich bit vmb Got veracht mich nitt Lesz mich von anfangt bysz ind mitt Vnd darnach auch vntz zů dem end Die warheit lob/die laster schend Dan̄ disz gedicht ist nit gemacht Das ymant frůmbs dar in̄ veracht Allein dens tryfft der besser sich Vnd helff vns got yns hymelrich Amen. 1521. [Oppenheim]: [Köbel], [1520].  

    Editorial principles

    Created by encoding transcription from printed text.

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