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Mart. Luther.
Allen lieben Christen gnad vnd frid in Christo vnserm heyland.
ES hat mir Doctor Carlstat aber ein buͤchlein zu geferti get/ darin er sich vnd seine schrifft verkleret / sonderlich die so er vom hochwirdigen Sacrament hat lassen außgehen Vnd bin des hochlich erfrewet / das er frey offentlich bezeuget / er woͤlle solch seine leere / nicht als für eine gewisse vnd beschlossene warheyt gehalten haben / wie er auch selbst noch nicht halte noch halten kan / sonder habe seine meynung vnnd syn / frage weysse an den tag geben / zu hoͤren vnnd erfaren / wo man die warheyt muͤg gruͤndlich vnd statlich erweysen vnd bekrefftigen. Vnd zwar wen̄ ich hinder mich gedenck vnd mich vmbsehe / so ist mir selbst wol be wust / das fast aller seiner buͤchlein Titel oder oberschrifft / dermas -sen lauten vnd gestellet seind / das er gleych einen wahn vnd dispu tation fürgebe / vnnd nichts endlichs / als artickel des glawbens / schliesse / den̄ so lauten gemeyniglich seine Titel / Ob man auß der schrifft dis oder das bewerenn muͤge / Dazu seiner vorrede auch et -liche bedingen / das er frage vnd forsch / vnd andern vrsache / mit zu fragen gebe / vnd mit zuforschen reytze.
Aber weyl er so mit treflichē hefftigen worten in seym schrieben die sache handelte / vnd ich sahe / das so viel leute drauff fielen vnd sich dran hingen / vergaß ich seiner Titel vnd vorrede / vnd meinet selbs fürbar nicht anders / den̄ es were seine ernste meinunge / vnd also ist villeicht allen andern auch geschehen / der halben jm war -lich wol von noͤten ist / vn̄ er auch schuldig war / solche verklerunge auß zulassen. Vn̄ wie wol es ferlich ist / in sachen vnd artickeln des glaubens / wancken / zweyffeln oder allererst disputirn / so yemandt endlich drinnen beharret / so seind wir / so da gewiß sind / doch schul dig / den selben wanckeden vnd frageten hertzen zu helffen / vnd in solcher ferlickeit die hand zureichen / jre frage vn̄ forschen vrsachen vnd bewegunge freundlich zuhoͤren / vn̄ mit der schrifft zuuerlegen a2r vnnd jnen eraus zu helffen. Denn es ia nicht zuuerzweyffeln ist an denen / die da wancken vn̄ vmb rechten grunde fragen vnd bitten / als die noch nicht verstockt vnd versuncken seind / sonder noch auf schiessen vnd schwimmen vnd gerne zum vffer wolten.
Denn das las jm ein yeglicher gesagt sein / Was auß dem heyli -gen geyst gelert oder verstanden wird / das hat dise zwo tugent an sich / Erstlich / das es gewiß vn̄ sicher macht / denen der es hat / wie Johannes spricht .j. Johan. ij. Wie euch die salbung leret / so ists war / vnd ist keine luͤgen. Zum andern / das es mutig / freydig / vnnd getrost macht / solchs auch zubeken̄en wider todt vnd teuffel / Dar -uͤmb heyst er auch Spiritus veritatis / Einn geyst der warheyt / Geyst / das er mutig vnd getrost macht / Warheyt / das er sicher vn̄ gewiß macht / das nicht anders sey / noch sein kan. Weyl nun D. Carlstat / Zwingli vnnd auch alle ander / so disen artickel handeln / auß eim wahn vn̄ fragen dauon reden / wie sie selbs bekennen / ists gewiß / das sie den geyst in dem stuͤck noch nicht haben / auch auß menschlichem dunckel vnd nicht auß dem geyst reden / Druͤmb sich ein yeglicher fur jrer meynunge also huͤten vnnd halten soll / das er nicht drauff falle vnd dran hange / sonder so er auch mit jnen zweyf felt vnd wehnet / harren vnd verziehen / biß er auch gewiß vnd sich er werde / oder wird seine seele in ferlickeyt geben / Denn was wir glawben sollen / das muß nicht wahn noch dunckel / sonder gewisse warheyt sein / daruͤber wir taussent helsse lassen moͤchten. Gottes gnade sey mit vns [allen]. A M E N.
Weylich Andres Botenstain von Cerlstat / vernem / das etlich auff mein buͤcher / welche ich von dem hochwirdigen Sacrament geschriben / als auff ein bewerte goͤttliche lere fallen / vnnd das nun fur gewiß halten / das der leyb Christi in dem Sacrament nicht leyplich sein kan / muß ich mich besser erkleren / vnd was yederman von meiner schrifft halten soll / vermelden.
Wie wol ich gemeint / das niemandt einen solchen ernstlichen syn auß meinen buͤchern schoͤpffen moͤcht / den er für einen gewis -sen goͤtlichen grund achten wuͤrdt / die weylich mit klaren worten a2v schreyb / das ich Christliche weysung annemen wolle / damit ich mich ye heymlich schuldig gebe vn̄ beken / das ich selbs noch vnge wiß byn. Itē / wie ich auch schreyb / das ich kein schrifft hab / welche mich zu dem alten oder anderm verstand dreyb / vn̄ mein schreyben alßo gestellt hab (als mich dunckt) das ye drauß verstanden soll werdenn / das mich kein schrifft fahe / noch vnter disenn gehorsam werff / das ich sagen muͤst / Der leyb Christi muß leyblich in des Her ren brot sein &c.
Den̄ das red vnd schreyb ich von meinem kopff vnd von meiner vermoͤgenheyt vn̄ verlihener gnad / vnd nicht von aller menschen verstand vnd gnad / Wenn bey solcher schrifft oder rede steht auch / das alles vnaußgeschlossen / das vil tausent zu finden seind / welche viel geschickter augen vnd oren von Gott haben entpfangen / den̄ ich / die Gottes wort gruͤndlicher vernemen kuͤnden / denn ich / die einen verstand gotes finden / an dem ort / da ich nichts finden mag Denn ich weyß es wol / das ich durch natuͤrliche krefften den syn heyliger schrifft nicht vermag ergruͤnden noch außgraben. Das al lles solten die leser meiner buͤcher bedacht haben / vnd nichts für be werdt vn̄ goͤttlich halten / ehe sie sich auß der heyligen schrifft got -tes versicherten / Die weyls aber nicht geschehen ist / vn̄ noch nicht viel geschicht / sollenn das solche Junger / so allein fassen wer do schreybet / wissen.
Das ich wol wollens bin gewest / ein goͤttliche vnd bewerte lere zu geben / Aber nicht ehe / auch nicht weyter / denn so wir die schrifft genugsam erforschet vnd durch wuͤlet hetten. Also das wir eygent lich wisseten / vn̄ nicht meineten / gewiß wuͤrden / vnd nichts meer zweyffelten / Ehe das geschicht / welchs noch vngeschehen ist / solt mein lere nichts bessers geacht werden / den̄ als ein wahn vnd gut dunckel.
Vnd die leuthe solten die zeyt nachforschen vnnd erkennen vnd kein volkoͤmlichs oder schlißlichs vrteyl auß meiner schrifft schoͤpf fen / sonder stil sten. Als Paulus leret / Einer oder zwen sollen reden die andere vrtaylen oder erken̄en / So aber einem ein offenbarung geschicht / soll der redner schweygen. Des solten sich meine leser be flissen / nemlich erkennen / vnd nicht schlissen noch gewiß machen / ehe die offenbarung kom̄en wer / oder ehe sie von Gotes wort uͤber a3r wunden vn̄ gefangen vnd in einem gehorsam Goͤttlicher warheit getriben weren.
Aber ger meinste teyl / verlest die heylige schrifft / vn̄ wenig ach -ten was in der schrifft gegruͤndet ist / aber viel rhuͤmen personen / vnnd haben keinen ander trost oder grund / denn disen sandichten / Der oder jhener hats geschriben / der lernet das / ich halts mit jm. Also suchen sie nicht den brun̄ der lebendigen vnd vnbedriglichen wasser / sonder cistern / auß welchen natuͤrlich nicht guts vnd kein warheyt fliessen kan / sonder torheyt / bedrug &c. Nemlich sie verlas -sen Gott / vnnd sehen menschen an / von welchen steht geschriben / Was auß jren hertzen gehet / das befleckt sie / Matt .xv. Item alle menschen seind luͤgner Psal .xvij. keiner achtet Gott Psal .xx.iiij. Wissendt jr nicht was die schrifft redt? Spricht nicht Gott also? Verflucht ist der auff menschen vertrawet? Itē / Alles was fleisch vnd blut offenbart / das ist Satanisch vnd nicht Goͤttlich / verfü -risch vnd nicht warharhafftig / verechtlich vnd nicht loͤblich / Ist das nicht erschrecklich / das menschliche weyßheyt ein feindschaft gegen Gott ist? Vnd das vnser weyßheit Gott nicht kan wolge -fallen? Darauß solt jr ye allesampt klug vnd gewiß sein das nicht gut ist / noch Goͤttlich gesein kan / was das fleisch vnd das blut des Carlstats erfindt / verstet vnnd fürlegt oder lernet. Nun aber ist es nicht gut noch vnferlich? Ey so solt jr billich ins Carlstats buͤch -ern fürchten / das jr etwas für Gottes erhaschen moͤcht / das Carl -stats ist / Etwas für gut / das boͤß ist moͤchtet erwischen/ Nun thut augen vnd hirn auff vnd bittend Gott / das er euch für falscher lere beware / so offt jr der menschen buͤcher lesend. Warlich mir ist es ye wider gewest das etliche auff die person zufallen vnd drauff behaf ten. Wiltu aber nach personen rhuͤmen / Zwinglium oder Carlstat so wuͤrdestu nichts gewinnen / als ytzt gesagt ist / vnd dich in ferli -keyt setzen / als ich dich ytzt gewarnet hab. Vber das weyssestu fast wol / das viel heiligen sind gewest / vn̄ noch seind / welche dise lere / Der leyb Christi ist leyblich in dem Sacrament vnd wirdt leyblich genossen / für goͤtlich halten. Wie viel merterer sind in disem glau ben verstorben / Wie viel der ander heyligen? Wiltu von hochge -lerten reden? welcher ist gelerter den̄ August.? gelten dir Cypria nus vnd Jeronymus nichts nit? was gilt Ambrosius? was Bern a3v hardus. Wiltu den hauffen auch rhuͤmen / so hats der ander teyl vil weyt besser / wie wol das verbotten ist / dannoch plappen etilche daher / in den newen verstant / vn̄ wissen von keinem andern grunt zureden / denn von armen personen.
Das beken ich für Gott / one schimpff / sonder auß hertzen / Alles was ich ye auß meinem eygenthumb geschriben / geredt / oder auch geleret hab / oder auß mir selbs hab gefunden / das ist menschlich / falsch / vnloͤblich / verfürisch / satanisch / zu forchten / vnnd zu fliehen / das muß ich der warheit zu ehren vnd zum preyß Gottes bekennen in Goͤttlichen sachen oder leren. Rhuͤme nun des Carlstats schrift oder buͤcher one verstand Goͤttlicher warheyt? Darff du noch die lere eines armen menschens außblasen / vnd dich mit der selben er -heben? Nicht allein in disem artickel von dem hochwirdi -gen Sacrament / will ich das gasagt vn̄ von meiner lere gehalten haben / Sonder in aller materin / welche ich außgschriben hab / von der Meß / von Goͤtzen vnd von andern artickeln / Nemlich das wil ich haben. Keiner soll dencken / das meine lere / gut / gerecht / war -hafftig / goͤttlich oder heilsam sey / er sey den̄ des gewiß worden aus dem heilsamē wort gotes / dan̄ mein schrifft wil ich nach gottes vn̄ auß gottes wort gericht haben/ Auß der heyligen schrifft soll der le ser mein lere loben oder schelten. Aber viel fallen vber jr gewissen vnd fuessen in meine buͤcher / als hungerichte sewen in dreck / vnd als der sewen art ist schlappen sie den kat hinein / vnd das edel per -lein / Gottes wort / dreten die vnter sich / in den mist / vnnd lencken Gottes wort nach meiner lere / alles widersins vn̄ verkert / vn̄ wi -der meinen willen.
Was ist die vrsach? Das ist die vrsach / das der meinst teyl nicht grund vnd warheit / sonder fürbitze vn̄ newheyt suchen. Wen̄ mich dunckt / das nicht wenig in meinem wan oder gut dunckel / lauter newheyt vnd seltzamkeyt halben fallen / vnd nichts anders fürha -ben / den̄ das sie etwas newes / für andern / in tabern vnd in quast re den wissen. Sind aber solche nicht rechte lustgreber / arme vnd ner rische leuthe? Moͤchte nicht einem aller lust zu schreyben verlesch -en im angesichte solcher eersuchtiger gleyßner? Seind das nicht die lose / rauche / vnd vnglawbige leute / die nichts den̄ eere vn̄ rum suchen? Welche / gleich den gottes wort am hoͤchsten vnehren vn̄ a4r schmehen / wen̄ sie sein goͤttlichs wort zu eigem rum uͤmher tragen vnd außbreitten.
Warlich bey solchen ist nichts / den̄ ein außwendige farb / vn̄ in -wendig eytel schelm vnd oß. Sie pawen vnd troͤsten sich auch auff nichts den̄ auff ein roer oder senffts windlein der person / Das sind die sawen / welchen man kein perlein furtragen solt.
Damit aber will ich nicht alle menschen straffen / noch die fru -men Christen von der lection Christlicher schreyber ab schreckenn oder abhalten / Den̄ Paulus schreybt also / Ir solt alle ding pruͤfen / was gut ist / behalten .j. Thes. vlt. Will auch niemand vom brauch der Propheceien abziehen / Noch den kleinistem in dem hyndern / das er hoͤr vnd richte / syntemal ich wol weyß / das Paulus schreybt / Ich will das jr alle Propheceiet / vn̄ erkennen oder richten moͤcht j. Corin. xiiij.
Ich will auch [niemand] in sein Goͤtliche offenbarung reden / die weylich weyß / was Mat. xj. stet geschriben / vnd Johan .v. Noch Gottes geist dempffen oder außtilgen / den̄ die schrift sagt / Ir solt den geist nicht außtilgen .j. Th. v. sonder pruͤfen / ob er auß gott ist
Was gut vnd Goͤttlich ist/ das ist heylsam vnd warhafftig vnd anzunemen / bey welchē mans findt / er sey alt oder iung / man oder kind / hoch oder nider / was auch in meinen buͤchern Goͤttlich ist / das selb widersprech ich nicht / Mich dringt auch niemand zum wi derspruch Goͤttlicher warheyt / vernim mich.
Aber das kan ich nicht leyden / das sawe in meine lere portzeln / die Christen sein woͤllen / vn̄ nichts fressen / den̄ nur das / was sie für menschlich achten / Die lere aber Gottes richten sie an / als hunde im fürlauff / vnd fragen nichts nach gott / vnd nach jrer seligkeyt / Merckend mich / was nicht Goͤttlich ist / das verwerff ich /vn̄ will das yederman frey hin werff.
Wes du aber noch vngewiß bist des soltu dich beyleyb nicht durch mein schrifft gewiß machen. Warheyt / warheit gotes durch Gottes gnad erkant / die kan vn̄ soll dich allein / von allem yrthum̄ vnd mangel frey / sicher vnd gewiß machen / Johan / viij. Welche du an dem ort suchen must / da sie ligt / oder in der gassen steht vnd schreyet / Rumpt her zu mir &c.
Ich habs muͤssen lassen geschehen / das mein buͤcher zum druck a4v gekom̄en / das ich nicht anders gemeint hab / noch auch hewt an -ders verstehn / denn das mein dunckel wol erweyslich / gut / recht / goͤttlich vn̄ heylsam sey. Ich bin aber des nicht gewiß / druͤmb darff mich keiner groͤsser machen / den̄ ich bin / noch hoͤher anziehen / den̄ ich mich außgeb. Meine buͤcher kuͤndē auch nichts schaden / noch ymands verfuͤren / wen̄ sie gelesen vn̄ geacht werden / als ich sie wil gelesen vn̄ geacht haben / wie oben geschriben / Den̄ zwar so wenig schaden sie / das etliche im glauben fester vnd gewiser worden sein / den̄ vor. Daruͤmb hab ich auch nicht grossen vndanck verdient.
Wie wol ich gern wolt / das keins in die welt geschribenn wer / der gesellen halbenn / die nichts nach goͤttlicher warheyt fragen / oder das fürgewiß vnd bewerdt halten / des sie kein andere vrkund haben / den̄ einer armen person namen / Vnd warlich wen̄ ich mich diser ferlichen zeyten hette besorgt / es solt keiner mein buͤcher von mir mit einer holtz axte gebracht haben / Den̄ ich hab drum̄ im elen de vmher muͤssen lauffen / vnd hab allen meinen feinden an den en den sein muͤssen / do sie mich hin gewuͤnscht oder hingelogen / Das ist auch der vrsachen eine / die mich bey den koͤstlichenn Christen / welche ehe verthuͤmen den̄ sie erkennen / in verdacht des auffrurs geworffen.
Vn̄ fürwar / ich hat mein lere vom Sacament &c. nicht weitter / noch in meer personen / außgestrawet / den̄ in die / so mich muͤndt -lich hoͤreten / vn̄ wen̄ einer gethan het / so weren solche buͤcher noch in der dinten vn̄ fedrn. Mich bat ein guter freund / ich solt jm doch für sein person solchen verstand schrifftlich stellen vnd leyhen / der selb bracht solche lere vom Sacrament mit freuntlichen viel wor -ten vnnd anhebiger bit von mir / Darnach kamen meine buͤchlein in den druck / vnd auß dem druck in die weite wellt / vnd ich armer bin also in armut gekom̄en vnd bey vielen ein eckel vn̄ grewel wor den / die mich nicht für einen feind / sonder als einen irrigen mit seufftzen / auß Christlicher liebe solten gesucht vnd herwider bracht haben / Seintemal ich ye vnd ye das liecht begert / mich zu recht vn̄ verhoͤr erboten / vnd mich eines bessern hab woͤllen / lassen weyssen wo ich ye gewest bin.
Hirauß verstet menigklicher / wie er mein schreiben vrteylen vn̄ halten soll / vn̄ das ich selbs nicht schweren darff / das also sein muß.
b1r Schrifften aber hab ich gebraucht / eingefürt /vnd fürgelegt / auff welche ich meine lere gegruͤndt vnd auffgericht / Wen̄ ich nun die selbige schrifften (das warlich auß vnwissenheyt geschehen vnnd mir leyd wer) mißbraucht vnd verkert hab / So ist gewißlich mein lere nicht gut noch goͤttlich noch anzunemen.
Ich hoͤre auch Das Doctor Zwinglius in einem buͤchlein schrei ben soll / das mein lere recht sey / aber doch nicht auß den heyligen schrifften volg / welche ich eingefuert hab. Wo das also were / hett der gut man jm vnd mir / einen herten stoß geben / Den̄ ich hab dise schrifft / das fleisch ist nicht nuͤtz / auch für einen grund angezeygt / Den selben aber achtet Zwinglius für den besten vnd aller stercki -sten grund / als ich auch hoͤr / Daruͤmb weiß ich nicht / was er selbs meint / vn̄ wie ers will verstanden haben / oder wie gewiß er in sei -nem hertzen ist / oder ob er meiner person halben ein solchs vrtayl gesprochenn/ Das aber will ich haben von meinen lesern / das alle die iene / so wissen / das meine gruͤnde vndienlich oder vntuͤglich seind oder uͤbel gelegt seind / auch mein gebew / welchs ich drauff gesetzt hab / für vnrecht halten sollen / den̄ es gilt vns mer den̄ ecker wiesen / leib oder tod / es gilt vns das ewig lebenn / oder das ewig fewer / Der wegen soll ein yeder auff den rechten grundt gottes se -hen / wissen vnnd nicht wenen / auch nichts schlissen / biß er gewiß werde / den̄ wir sollen nicht in einem erdichten glauben einher fa -ren / der kein wort gottes weyß.
Aber mich soll druͤmb keiner feinden oder verfolgen / das vns so viel dran gelegen / ist er ein Christ / so hab ich danck verdient / denn vngezweyffelt ists / das viel tausent in disen vnnd andern artickel nichts meer gewist haben / den̄ von plosser alter gewonheyt zu sa -gen / die warlich nicht einen buchstaben / des worts des glaubens wisten / auß welchem der glaub kompt / vn̄ ytzt bewegt werden / die schrifft vnd das wort gottes selbs vnnd in fleiß anzusehen / welchs jnen zu grossem heyl wirdt gerathen / denn wir ye sonst von keiner weyßheit / noch von goͤttlichem geheimniß rhuͤmen doͤrffen / als Deut .iiij. vnd .xxix. vnd in viel episteln Pauli steht geschriben.
Denn waruͤmb / sie doͤrffen nicht dencken / das sie einen rechten glauben oder selige augen haben (Als die Apostel des Herrn heten vnd wir alle haben muͤssen / so für Gott gerecht vn̄ vnstreflich sein b1v woͤllen) wen̄ sie nicht von Gott gelert / vn̄ vom wort des glaubens nichts wissen zu zeugen / sonder allein von diser geigen / Ich habs also gehoͤret / Mein eltern habens auch also geglaubt / Denn Chri -stus spricht also / welcher auß Gott ist / der hoͤret Gottes wort. Jo ha. viij. Mein scheflein hoͤren mein stim̄ / der frembden stim̄ hoͤren sie nicht. Joha. x. Bewaret euchs für den falschen Propheten / Sie reden die geschichte jres hertzen Hie. xxiij. Item dein muter ist ein Cetea / dein vater ein Amorder / wie die muter ist / aslo ist die tochter vnd son als der vater/ Ezech. x. Daruͤmb ist der rum vnd trost falsch vnd zu forchten / in welchem die welt ist anher gelegen / vn̄ nichts anders gewist hat / den̄ von dem glauben der eltern / vnnd vom ge -schrey der woͤlffen / welche scheffen peltz antragen.
Für Got frew ich mich des / das ich in all meinem schreiben di -sen grundt gesucht / gemeint/ vnd gelegt hab / Das Christus durch seinen gehorsam / in seinem tode am creutz / vnser gerechtigkeit fur Gott / vnd vnser volkoͤmlicher vnd ewiger erloͤser ist worden. Also das wir volkoͤmliche vergebung aller sunden durch sein leyden ha -ben / Als Paulus wol hundert mal schreibt / vn̄ Esaias vnd Christus zuuor gelernet haben. Item / das wir dise vergebung vnser sunden nicht auß eytler gnad haben / sonder auß gerechtigkeit / das ist / wir haben eyn rechte redliche bezalung vnser sunden / das ist / Christus hat so viel vnd meer geliden / den̄ wir alle gesundigt haben / vnd er hat die handschrifft vnser schuldt mit seinem leyden geloͤst / vnd al -les bezalt / das in der handschrifft beschriben / vnnd hat vnser hand -schrifft anß creutz gehefft / Die handschrifft vnser schulde ist das ge -setze Mosi / welches Moses zu einem gezeugkniß vnser sundenn / schuld / vnd boßheit vn̄ torheit geschriben hat / als Moses selbs sagt oder Gott durch Mosen / Deu. xxxj. das selb gesetz Gotes offenbart vnser sunden / Ro. vj. vij. vn̄ so offt wirs ansehen / so offt finden wir den̄ vnser schuldt / vn̄ ye tieffer wir hinein kom̄en / ye meer sunde fin den wir / Vnd zu dem / vnser verfluchung vn̄ Gotes zorn wider vns Aber Christus hat das selb gesetz oder handschrifft hinweg geno -men / wie gesagt ist / vn̄ ans creutze gehefft / Ephe. ij. vnd so gar auff gehaben / das kein gewissen meer da ist / sonder gewissen vnd ge setze der sunden auffgehaben ist / Heb. viiij. Also das wir wider klag noch [schuldt] [/] noch zorn Gottes / noch den teuffel (dem wir vnser schuld halben waren gegeben) mehr foͤrchten doͤrffen /vnd froͤlich b2r also fragen vn̄ antworten muͤgen / Wer will vns {lasterhalhen} ver -klagen? Got ist der vnß rechtfertiget / wer will vnß verthuͤmen? Christus ist der da fuͤr vns gestorben ist. Was? Gott ist auff vnser seyten / so nun Gott für vns ist / welcher kan wider vns sein? Gott hat seines eygen sons nicht verschondt / sonder jn für vns gegeben wie kuͤndts gesein / das er vns nicht alle sund vergeben hett? Ro. viij. dem nach haben wir gerechtigkeit / vnd mit rechte seindt wir ledig worden vn̄ vnser schuldt ist bezalt vn̄ nichts dran geschenckt / den̄ Gott hat seinen son für vnser schuldt hingeben / vn̄ der son selbs hat sich als ein erloͤse gelt für vns gegeben . j. Timo. ij. vnd hat vn -sere schaden / tewer / den̄ mit silber vnnd golt / bezalt / den̄ er hat vns mit seinem fleisch vnd blut / leyb vnd leben erloͤst / vnd alle schuldt aller welt reichlich / volkoͤmlich / gantz vnd gar abgelegt / vnnd gar vberauff ein mal bezalt / vnd er ist nicht ein scherflein schuldig blie ben / Daruͤmb sind wir mit recht vom teuffel komen durch Christū vnd nicht aus lauter gnad. War ist es / so wir Gott vnd die gerech tickeit Christi zu vns halten vnd vergleichen / so haben wir nichts den̄ lauter gnad / Wenn wir aber die erloͤsung Christi gegen vnser schuldt vergleichen / so haben wir mer den̄ gnad / Den̄ Christus hat vns sein leyden geschenckt / das ist / Christus hat vns das gelt ge -schenckt vnnd zu eygen gemacht / damit wir alle schuldt bezalen. Wenn mir einer zehen guͤlden schenckt / mit welchen ich meinem schuldiger bezalet / das geschenck wer eytel gunst oder gnad / aber die abloͤsung stund in der gerechtigkeit. Wen̄ er auch das gelt selbs gebe vnd machet mich selbs ledig / so het ich den̄ nach gnad vnd ge rechtigkeit / vnd ich wer der erloͤsung sicher vnd gewiß. ¶Also hab ich die vergebung vnser sunden gelert vn̄ disen grund hab ich gele -get / vnd die glaubige da zu beruͤffen / das sie lerneten / wie Christus gar vnser gerechter ist / als er von propheten verheischen / Hie. xxiij Esa. liij. Luc. ij. vn̄ wie vns Christus durch sein leyden rechtfertigt vnnd welcher weyse wir vergebung der sunden in dem vergossen blut Christi haben er langt auf das sie vergebung jrer sunden nicht also suchten / noch also verstundē / als wen̄ einē ein priester sundt ver gibt / oder als Christus auff erden sprach / Ste auff / dein sund seind dir vergeben sonder vō der gerechtigkeyt vnser erloͤsung zu reden wistē vnd die gerechtigkeit vnsers glaubens verstunden / vnd wie Gott b2v vnser hertz durch den glauben an Christum rechtfertiget. Das aber ist yhe der recht grund / nemlich / Jesus Christus der gecreutzigt / vn̄ keiner mag einen andern grund legen / des frew ich mich.
Hab ich nun auß vnwissenheyt auff disen grund hew oder stop -peln gebawet / so habs ichs auß vnuerstand gethan / es ist mir auch noch gar vnbewust / het ich aber wie ytzt gesagt / einem eyffer Got -tes vnd kein kunst gehabt / vnd etwas drauff gebawet / das durchs fewer soll verzert werden / hoff ich für mich / ich hab fewers gnug erlyden / vnd den schaden uͤberwunden.
Wer aber yemand durch solchs hew / holtz oder stoppeln betro -gen / der solte sich / vnd nicht mich / beschuͤldigen. Erstlich / das ich niemandt geboten oder genoͤtigt / hab mein lere anzunemen. Zu dē andern / das ich die leuthe von mir zu der warheit vnnd zu Christo geweist hab. Zu den dritten / das ein yeglicher Christ auß der leere Christi wissen soll / das er einfeltig als ein tawb / vnd witzig als ein schlang sein / vnd die geyster pruͤfen soll / ob sie auß Gott seind / oder nicht / als ich oben vermelt hab / Der wegen ist die schuldt / der ner -rischen leser (ist yrgent einer verfüret / das mir nicht bewust ist) von welchem ich oben geredt vn̄ geklagt / das sie menschen thand ein schlappen vnd Gottes wort nicht ergruͤnden.
Druͤmb hoff ich vntherdeniglich zu allen Christlichen Fūrsten vnd herrn / vn̄ will mich des zu allen andern Christen freuntlich ver sehen / das sie mich nicht zu hoch beschuͤldigen werdenn nach diser leuterung / Noch mir die schuld gar geben / dz etliche einen solchen etlich einen andern syn / von dem hochwirdigen Sacrament hal -ten / oder anderst verstend / denß gemeniglich gepredigt wirdt / Was got pflantzt das bleibt für wind vn̄ gewesser Was got nicht flantzt / das wird außgerod vnd vergeen da hilfft kein wehr. Dord thut kein gewalt.
Bit vntherdeniglich alle Christliche F. vnd herrn / vnd alle die Gott lieben / wollen dise lewterung in gnaden vnd freundschafft ermessen / mir nicht verkerē / dz ich nicht so geplumbte wort schreib als ich gern schreyb / wen̄ ich kondt. Mich vnuerhortten nicht wei -der bedrengen noch verfolgen / nach gestaten / das ich bedrengt oder verfolgt werdt / ehe ich uͤberzeugt byn.
Vnd so man meiner ye nicht wolt verschonen / das sie doch jres b3r eygen heyls schoneten / den̄ Gott wird allen menschen / mit der ein vn̄ mit der maß messen / mit welchen sie messen / Welcher aber den aller geringsten beleidigt / der Gott zu steht / der hat den augapffel Gottes beleydigt / Zach. ij. Gott wirdt auch nicht allein thetliche verfolgunge straffen / sonder die auch so auß dem munde gescheen als geschriben steht Welcher seinem bruder sagt / Narr / der ist des fewers wirdig / Welcher auff seinen [bruder] zornet / der ist des gere chts schuldig / Matth. v. Welcher seinen bruder hasset / der ist ein moͤrder. j. Johan. iij. das seind erschrecklich wort / zubedencken im hertzen von allen denen die Gottes straff foͤrchten oder die wissen das got sein straff / welche er aus seiner goͤtlichē langmuͤtigkeit ver zeugt / mit der grosse vn̄ schwere vergleichen wuͤrdt Ro. ij. Welch -er nun meiner nicht schonen will / der schone doch seiner selbs / den̄ es bleybt nichts vnuergolten / das hat got gesagt der nicht leuget Ich byn ye aller Christen glid / den̄ ich weiß vnnd beken / das mich Christus durch seinen todt erloͤst / in das reich senes vaters gefürt / vnd des himelischen erbs teylhafftig gemacht hat / So nun mich der glaub / welchen ich zu der volkomene gerechtigkeit Christi vnd vnser erloͤsung hab / verursacht hat zu diser lere / bit ich mich nicht für einen frembden zu halten / vn̄ mich nicht zu verderben / dieweil mich Christus erloͤst vnd für mich gestorben ist.
Woͤllen aber mich etlich nicht für einen Christen halten / so muͤ sten sie mich fur einen frembdling halten. vnd mich mit dem rech -te Gottes richten / als Gottes gebot lawt / Wen̄ nun F. vnd herrn buͤrger vnd pawren abermals meiner nicht wolten schonen / solten sie aber des gerichte Gotes vn̄ jr selbs schonen / Das gerichte ist ye gotes / De. j. vn̄ nicht der leuthe / welchs gebeut / das man keinen ver -thuͤmen soll auff eines mans gezeuckniß / Sagt auch vnheimlich / das dem ergen werd / der falsch gezeugt oder mutwilliglich falsch richtet / als dem / den sie verkuͤrtzen / den sie beschweren / oder mit vn recht verletzen. Nun bin ich wider von zweienzeugen / noch von einem uͤberwundē / vn̄ werd den̄ocht von yederman schier / als wer ich der aller ergste / beschweert. Einer wil mich nicht sehen / der an der stelt nach mir / mich zufangen / vn̄ zuermoͤrden. Der ditt verbeut mir essen vnd trincken zuuerkauffen / der vierd schwebt sonst zu vn̄ ist des drencknis so viel / das mich duncket / das es ordentlicher in b3v Tuͤrckey zu gehe.
Christus hat den oͤbersten befolhen / das sie die yrrigen in barm -hertzickeyt suchen / vnd wider brengen / vnd xcix. schaff die weil ge hen lassen sollen / biß sie ein yrrigs wider zu recht brengen. Wie dz ytzt aber in der Christenheit gehaltē / ist kleglich zu hoͤren / vn̄ nicht grosse ehre / wird aber seinen lohn erlangen / wenn nun der gerecht richtet sein gericht sitzen wird / vn̄ denn eben die vnbarmhertzigen mit vnbarmhertzickeit richten vn̄ straffen wird.
Lieben Christen glaubt mit massen das uͤbel / denckt doch eins / das dise boßheit / der neyd vn̄ haß nichts guts erdichten / noch re -den / Das ich neid vn̄ haß durch mein lere vom Sacrament erlangt des bin ich mit vnuerwindlichen schaden innen worden. Setze es aber / das solcher neyd vn̄ haß Goͤttlich gewest sey in etlichen / So sind jr dennoch viel mehr / die nicht mehr von Gott wissen / denn des muͤllers eseln / an dem mein vn̄ das leyden Christi nicht weiter verstehen oder lieben denn Cayphas / die mich aus gifftigem neyd vn̄ haß verfolgt haben / vn̄ auch erwuͤrgt hetten / wenn ich nicht von Gott wehr geschuͤtzt vn̄ beschickt. Die mich one ordenung / vn̄ on grundt gehast / die allerley luͤgen auff mich erdacht vnnd uͤber mich außgeworffen / vn̄ andere in jren haß wider mich gezogen ha ben / Soll es druͤmb alles war sein / was solche boßhafftige zungen auff mich liegen? wie kan ich aber jn weren?
Ich soll der Pawren Hawbtman oder anreger gewest sein / der ich wenig ruw / vil ferlickeit / grossen spot vn̄ gewalt von den paw ren geliten hab / solchen erliten gewalt kan ich erweysen / Sie aber muͤgen jrer luͤgen nicht erweysen / Das sie mich aber auß haß solch er lere also beruͤchtigenn / dem kan ich nicht thun / Gott hat mich doch dahyn in solche lere gefüret / dem ich niicht wider sten kondt / noch seine wege zuuor ersehen mocht / durch welche er mich nun gefürt hat.
Kuͤrtzlich / das bit ich / die so mir gewalt thun vermuͤgen / das sie jr selbs schonen vnd Gottes ordnung halten.
Welche nun gern newe zeittungen uͤmbher tragen / den sey das gesagt / das sie sich weder meiner buͤcher / noch meiner lere getroͤ -sten sollen.
Den andern aber / so einen warhafftigenn verstanndt heyliger b4r schrifft begern / rad ich / das sie sich selbs auff Gottes wort legen / vnd Gott uͤmb verstand vnd weyßheit bitten / der mildiglich be -gabt / alle / so in der warheyt suchen.
Welcher aber leuthe wollen haben / als wir warlich leuthe / uͤmb des wercks willen (als Paulus lernet .j. Thessa. v.) haben vnd prey sen sollen. Die finden wol bequemere / denn ich bin / die eines hoch en geystes seind / denn ich bin / die kuͤnstreicher seind / denn ich bin / die der zungen erfarner vnnd gewiser seind / denn ich. Das schreyb ich aus warheit vnd pflichte / denn wir sollen einer vom andern mehr halten / denn von sich selbs / Phi. ij.
Mein seele lebt Gott / vnd rechtfertiget seine weg / vnd gilt jr gleych / wie es Got macht / Er werff mich hinab oder heb mich auf so fern das er mir seinen guten frid / Goͤttlichen willen vnd sterck geb vnd einpflantz / jm zu gehorsamen / vnd er mein herr vnd mein Gott ewiglich bleyb. Amen. Datum Jacobi Anno xxv.
Nach dem einer ist mir nicht vnbekant / der das sein in meine buͤcher pflegt klicken / Der wegen ich zu foͤrchten hab / das mirs nu mehr / denn vor / geschehen mocht / vnd das mir ein solcher oder an -dere muͤßgenger / nicht allein etliche wort vnd sententzen / sonder gantze buͤcher hinder meinen rucken zu messenn / in welcher solche freueler / mich oder andere leuthe / vnter meinen namen / mit abma lung mein er diction / das sie vermuͤgen / angreyffen vnd schmehen mochten. Dennoch sey des yedermann hie mit verstenndigt / trewlich gewarnet / vnnd freunlich gebeten / kein new buch vnter meinen titel zu kauffen / oder für das mein zu halten / wasserley ma -terien es inhelt / wenns nicht vorn im ersten bladt dise buchstaben H.G.V.B.M. hat / das ist / helff Gott vnd bewar mich / vnnd zu Wittenberg gedruͤckt ist.
- 1 Andreas Bottenstein von Carlstatt** Andreas Bodenstein von Karlstadt (1486-1541) hatte Anfang 1522 Kontakt mit den sogenannten „Zwickauer Propheten“. Vgl. Ulrich Bubenheimer: Wittenberg 1517-1522. Diskussions-, Aktionsgemeinschaft und Stadtreformation, hg. von Thomas Kaufmann und Alejandro Zorzin, Tübingen: Mohr Siebeck 2023, S. 92-99..
- 2 Nicolaus Storch** Nikolaus Storch (vor 1500 bis nach 1536).. Pelargus, wie ihn Philippus** Philipp Melanchthon (1497-1560) genennt, ein burger von Zwickau** Storch, von Zwickau kommend, suchte am 27. Dezember 1521 mit Markus Stübner Melanchthon in Wittenberg auf., welcher nicht studirt hatte. Welche** Nämlich Anhänger Storchs. Zu diesen gehörte der unter Nr. 5 genannte Markus Stübner. solcher seiner** Nämlich Storchs gemeinschaft s.[ein] wolten, denen rieth Storch d[aß] sie sich von neuem solten wid[er]tauffen lassen** Storch stellte die Säuglingstaufe in Frage. Melanchthon war dadurch zeitweise verunsichert.. Daher die widertaufferei angangen.
- bede zu wittenberg.
- 5. Thomas Münzer Pfarher zu Alstedt** Thomas Müntzer (gest. 1525). Müntzer wird hier genannt, weil er im ersten Quartal 1522 zeitweise auch in Wittenberg war, um dort in seinem Sinne zu missionieren. Zu Müntzers Rolle in Wittenberg 1522 vgl. Bubenheimer: Wittenberg 1517-1522, S. 72-92; ergänzend ders.: Thomas Müntzers Prager Protestation und sein Brief an Melanchthon vom 29. März 1522. Neue Erkenntnisse aus der Handschriftenforschung, in: Marion Dammaschke; Thomas T. Müller (Hg.): Thomas Müntzer im Blick. Günter Vogler zum 90. Geburtstag, Mühlhausen 2023 (Thomas Müntzer Gesellschaft e. V. Veröffentlichung Nr. 29), S. 209-239; hier 219-239..
b4v⟨Anno 1524 Capito vnd Bucerus fahen an zu Straßburg durch offentliche schreiben, den Sacramenstreit, so Carlstatt erregt, weiter zu regen.⟩
⟨Anno 1525 Zw[ingl]ius hat seine meinung vom Heiligen Abendmahlgelernet, wie er selbst bekennet 1. Von einem Holländer** Cornelis Henricxzoen Hoen (gest. 1524). Vgl. Bart Jan Spruyt: Hoen, Cornelis Henricxzoen, in: Hans J. Hillerbrand (ed.): The Oxford Encyclopedia of the Reformation, Oxford 1966, vol. 2, p. 239-240., 2. Von einem sch [...] gespenst ein traurig Stenkfehl** Polemische Anspielung auf Kaspar Schwenckfeld (1489-1561). Zu dessen Beziehung zu Zwingli vgl. Ulrich Bubenheimer: Schwenckfeld von Ossig, Kaspar, in: Friedrich Wilhelm Bautz und Traugott Bautz (eds.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, vol. 9, Herzberg 1995, pp. 1215-1235; hier col. 1216-1217..⟩
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This is a facsimile and transcription of Erklerung wie Carlstat sein ler vonn dem hochwirdigen Sacrament vnd andere achtet vnnd geachtet haben will. It is held by the Taylor Institution Library (shelf mark ARCH.8o.G.1525001).
The transcription was encoded in TEI P5 XML by Emma Huber.
Notes on the annotations on b4r and b4v, kindly provided by Ulrich Bubenheimer:
Handschriftenbeschreibung: Der überwiegend deutsche Text ist in einer gotischen Kursive des 17. Jahrhunderts geschrieben. Die Fremdworte „Pelargus“ und „Philippus“ sind in einer lateinischen Kursive geschrieben.
Zum Inhalt: Der Schreiber beabsichtigte offenbar, die Akteure um die sogenannten „Zwickauer Propheten“ und Thomas Müntzer in Wittenberg im ersten Quartal 1522 zusammenzustellen. Andreas Bodenstein hat er aus der von ihm vertretenen späteren lutherischen Sicht an die Spitze gestellt. Die Daten hat er wahrscheinlich größtenteils aus einer Darstellung über die Zwickauer Propheten und die Vorgänge in Wittenberg übernommen. Die Quelle ist noch nicht identifiziert.
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Source edition
Karlstadt, Andreas Rudolff Bodenstein von, 1486-1541 Erklerung wie Carlstat sein ler vonn dem hochwirdigen Sacrament vnd andere achtet vnnd geachtet haben will. [Nürnberg] : [Friedrich Peypus], [1525]Editorial principles
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This is a diplomatic edition. Abbreviations have not been expanded, with the exception of the abbreviation for "er". The different forms of s and r have not been distinguished. u/v and i/j have been captured as printed. Line breaks have been encoded.
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