a1r

Disputacion zwischen ainem Chorherrenn vnnd Schüchmacher darī das wort gottes vnd ein recht Cristlich wesen verfochtten wirtt .

Hanns Sachs M D XXiiij .

[A shoemaker delivering slippers to the canon, who is in a disputing stance, with index fingers extended. The cook standing behind in the doorway.]

Ich sag euch / wa dise schweigē / so werdē die stein schreiē . lu . 19.

a2r

BOnus dies Koͤchin . Koͤchin . Semper quies Seyt wylkum̄ mayster Hanns . Schůster . Got danck euch / wa ist der herr ? Koͤchin . Er ist im Sum̄erhauß / Ich wil im růffen / Herr / herr der Schůchmacher ist da . Khorherr . A / Beneueneritis mayster Hans . Schůst . Deo gratias . Khor . Was bringt yr mir die pantoffel ? Schůst . Ya / ich gedacht / yr wert schon in die kirchen gangen . Chor. Nayn / ich bin hyndē im summerhauß geweßt / vnd hab ab gedroschen . Schů . Wie hōd ir gedroschen ? Chor. Ya / ich hab mein horas gebeet / vnnd hon alemit meiner nachitgal zů essen geben / Schůst . Herr was hond ir für eyn nachtigall / Singtt sy noch . Chor. O nain / es ist zů spatt im jare . Schů . Ich waiß ein schůchmacher Der hat ein nachtigal / die hatt erst angefanngenn zůsingen . Chor. Ey der teuffel hol den schůster / mit sampt seiner Nachtigal / wie hat er den aller hayligisten vater den Bapst / die hailigē vetter / vn̄ vns wirdige herren außgeholhipt / wie ein holhipbůb . Schůst . Ey / herr fart schonn / Er hat doch nur ewern gotzdienst / leer / gebot vn̄ eynkom̄en / dē gmainen man̄ / angezaygt / vn̄ nur schlecht oben vberhyn / ist dan̄ solches ewer wesen / holhüpel werck . Chor. Was get es aber solchs vnser wesen den tollen schůster ane ? Schůst . Es steet Exodi am xxiij . So du deines feyndes Esel vnder dem last sihest ligen / nit laß in / sonder hilff im / Soll dan̄ eyn getaͤuffter christ / seinem brůder nit helffen / so er in sech ligen inn der beschwert seiner gewyssen ? Chor. Er solt aber die gaistlichen vnnd geweychten nit dareyn gemengt han ( der Eselkopff ) die wissen vor wol / was sünd ist . Schůst . Seynd sy aber sündigen / So spricht Ezechiel xxxiij . Syhest du deynen brůder sündigen / so straff in / oder ich wil sein blůt von deinē henden fodern / der halb soll vn̄ můß ein geteuffter seinē sündigen Brůder straffen er sey geweicht oder nit . Chor. Seyt ir Euāgelisch . Schůst . Ya / Chor. Habt ir nit gelesen ym a2v Euangelio Mathei am vij . richtet nit so werdt ir nit gericht Aber ir Lutherischen nempt solche sprüch nit zůhertzē / sůcht in auch nit nach / wen̄ sy sein wider euch . Schůster straffen vnd richtten ist zwayerlay / wir vndersteen vnns nit zůrichtē ( welches allayn got zůgehoͤrt / wie Paul⁹ sagt zůn Roͤmern am xiiij . Nyemant sol einem andern seinen knecht richtē &c. ) Sonder ermanen vnd straffen / wie got durch den prophetten Esaiam am lviij . spricht / Schrey / hoͤr nitt auff / Erhoͤch dein stym̄ wie ein busan zůuerkündē meinem volck sein missethat &c. Chor. Es steet auch Exodi . xxij . du solt den obern nit schmehen in deinē volck . Schů . Wer ist den̄ der oberst im volck / ist nit der Kayser / vnd nachmals Fürsten Grauen mit sampt der Ritterschafft / vn̄ weltlicher oberhand ? Chor. Nayn / der bapst ist eyn vicari⁹ Christi / darnach die cardinel bischoffe / mit sampt dem gantzē gaistlichen stand / vō dē steet in gaistlichen rechten . C. Solite . de maioritate et obedientia Sy bedeutten die son̄ / vnd der weltlich gewalt bedeut dē mon Deßhalb ist der bapst vil mechtiger dan̄ der Kaiser / welcher im sein fůß küssen můß . Schůst . Ist der bapst ein solcher gewelttiger herr / so ist der gewißlich kain Stathalter Christi / wan̄ Christus spricht Joan̄ . am . xviij . Mein reych ist nit von diser welt / vnd Joan̄ . vi . Floch cristus da man in zům künig machen wolt / Auch sprach cristus zů seinen junger / Luce. xxii . Die weltlichen küng herschen / vnd die gewaltigen haißt mā gnedige herren / ir aber nit also / der groͤst vnder euch sol seyn wie der jüngst / vnd der fürnemest wie der diener / Deßhalb der bapst vn̄ ir gaistlichen / seyt nur dyener der christlichen gemain / wa ir auderst auß got seyt / der halb mag man euch wol straffen . Chor. Ey der bapst vnd die seinen / sein nit schuldig gottesgepotten gehorsam zůsein / wie inn gaistlichen rechten stet . C. Solite demaioritate et obedientia / auß dem schleußt sich / das der bapst kain sünder ist / sonder der allerhayligist / derhalb ist er vnstraffpar . Schůst . Es spricht Joan̄ . i . cano a3r nica . j . Wer sagt / er sey on sünd / der ist ein lugner / deshalb ist der bapst ein sünder oder lugner / vn̄ nicht der allerhailigest sonder zů straffen . Chor. Ey lieber / vnd wenn der Bapst so boͤß wer / das er vnzaͤlich menschenn mit grossem hauffen zům teuffel fůret / doͤrst in doch nyemant straffen / stet geschriben in vnserm rechten / dis .xl. si pa pa / wie gefelt euch Schůst . Ey so stett im Euangelio Mathei . xviij . So deyn brůder sündiget wider dich / so gee hin vnd straff in zwyschen dir vnd im / hoͤrt er dich / so hastu sein seel gewunnē / Eussert sich der bapst dan̄ solchs hailsamen wercks ? Chor. Ist dan̄ sollichs brůderlich gestrafft / Also am tag außzůschreyenn ? Schůst . Ey es volgt weytter im text / wa dich dein brůder nit hoͤrt / so nym̄ noch ein oder zwen zů dir / hoͤrt er dich noch nitt so sags der gemain / hoͤrt er die gemain auch nit / so laß in geē wie ain hayden / wie da her domine ? Chor. Ey liber wz ists dan̄ nutz / wenn ir vns gleich lanng auß schreyt ? wie hollüpper / wir kern vns doch nichts daran / wir halten vns des Decretals . Schůst . Es spricht cristus Mathei . x . Wa man euch nit hoͤrt / so schütlet den staub von ewern fuͤssen zů eyner zeugknus / das in das reich gottes nahent ist gewesen / dē vō Sodoma vnd Gomorra wirt es treglicher sein am jungsten gericht / dann sollichem volck / wie wirt es euch dan̄ geen so ir kain straff wolt annemen . Chor. Nu gib ich nach wo es gelert / verstendige leüt thaͤtē / aber den layen zim̄pt es nicht Schůster . straffet doch ein Esel den prophetten Balaam / Numeri . xxii . Warumb solt dan̄ nicht eynē layen zym̄en ein gaistlichen zůstraffen . Chor. Eynem schůster zym̄ptt mitt leder vnnd schwertz vmb zůgeen / nicht mitt der hailigen geschrifft . schůster . Mit welcher hailiger geschrifft wolt irs beybringen / einem getaufften cristen nit in der schrifft zů forschen / lesen / schreyben ? dann Cristus sagt Johannes . v. durchsůcht die gschrifft / die gibt zeugknus vonn mir / so spricht der Psalmist . j . Selig ist der man der sich tag vnnd nacht yebett a3v Im gesetz des herren / So schreybt Petrus in der erstn̄ Epistel am iij . Seynd allezeyt vrbittig zůuerantwurtung yedermā der grund fodert der hoffnung die in euch ist / So leert Paulus die Ephesier am vj . Fechten wider den anlauff des teuffels / mit dem wort gotes / woͤlches er eyn schwert nen̄t / Herr wie wurd wir beston / so wir nichts yn der geschrifft westen ? Chor. Wie diegens am wetter . Schůst . Ir spot wol die juden wissen ir gesetz vnd propheten frey außwendig / sollen dan̄ wir cristen nit auch wissen das Euangelium jesu christi woͤlches ist die krafft gottes / allen die selig sollen werdē wye Paul⁹ . j . Corint . j . Chor. Ja yr solts wissen / wie aber ? wye euch Cristus haißt Mathei xxiij . Auff Moses stůl hand sich gesetzt die schrifftgelertten / vnd phariseyer / alles nun was sy euch sagen / das thůt / das bedeut die taͤglichen predig / handt yr layen nit genůg daran ? Schůst . Ey es steet am selbenn ort Mathei am xxiij . Sy binden schwere untraͤgliche purdē vnd legens dem menschen auf den hals / solche purden bedeüten on zweyffel vnd gewiß ewre menschē gebot / damit ir vns Layen dringt vn̄ zwingt vn̄ macht vns boͤse gewissen / Warumb solt wir euch dann volgenn ? Chor. Wiewolt yr das mit gschrifft beweysen . Schůst . Cristus spricht im gemeltn̄ capitel / Wee euch gleyßner vnd heuchler / Die ir das himelreych zůschließt vor den menschē / yr geet nit hin eyn / vn̄ dye hyneyn geen wellen / laßt ir nit hynein . Chor. Ey sollichs hat cristus zů den priestern der Juden gesagt / Vmb vnns priester ist es vil ein ander ding . Schůst . Ey herr yr hond / euch erst der phariseer angenom̄en / die auff dem stůll Mosi sitzen &c. Sam̄ sey es von euch priestern vnnd münich geredt . wie dann war ist / Also auch ist das von euch geredt / Wann ewere werck gebn̄ gezeugknus / dan̄ ir freßt der witwē heüser wie der text weitter sagt . Herr ir habt euch verstigen . Chor. Py pu pa / wie seind ir Lutherischen so naßweiß / yr hoͤrt daz graß wachssenn / wenn eyner eyn spruch oder zwenn wayßt / a4r außdem Euangelio / so vexiert ir yederman mit . Schů . Ey herr zürnet nit / ich meins gůt . Chor. Ich zürne nit / aber ich můß euchs ye sagen / es gehoͤrt den layen nit zů / mit der schrifftt vmb zegon . Schůst . Spricht doch cristus Mathei am vij . Huͤt euch vor den falschen propheten / vn̄ Panlus zůn Philipen̄ . am iij . Secht auff die hund / so vnns dan̄ die schrift nit zim̄pt zů wissen / wie sollen wir solche erken̄en . Chor. Solichs gehoͤrt den bischoffenn zů / wie Paulus zů Thitto . j . Er soll scharpf straffen die verfuͤrer . schůst . Ya sy thůns aber nit sonder das wider spil / wie am tag ist . Chor. Da laß mann sy vmb sorgen . Schůst . Nain vns nit also / wellē sy nit / so gepürt vns selb darnach schauenn / wann kainer württ des anndern purde tragen . Chor. Ey lieber sagt was ir woͤlt / es gehoͤrt den layen nit zͤ / mit schrifft vmb zͤgon / wie Paulus sagt . j . Corint . vij . Eyn yedlicher wie in der herr berůffen hat / so wanndel er / hoͤrt irs nun ir hand vor schrifft begertt ? Schůst . ja Paulus redt vom eusserlichen stand vnd handlung / von knechten vnd freyen / wie am selben ort vn̄ capittel klar stet . Aber hie ist das wort gottes noch yederman vnuerbottenn zů handeln . Chor. Ey hoͤrt ir nit Ir můßt vor durch die hailig weich beruͤfft sein / vnnd darnach vonn der oberkait erwoͤlt werden dartzů / sunst zim̄pt es euch nicht mit der hailigen schrifft vmb zůgon . Schůster . Christ⁹ spricht Luce an dem x . Die erndt ist groß / aber der arbayter ist wenig bit den herren der erndt / das er arbaiterschick in sein ernndt Derhalb můß der beruͤff nit eusserlich sonder ynnerlich von gott sein / eusserlich aber sind alle prediger berůffen der falschn̄ gleich so wol / als die gerechten . Khor . Ach es ist narrenn werck mit eurem sagen . Schůster . Euch ist wie den jungern Luce an dem ix . Die verdroß das ein ander auch teuffel außtryb in dem namen Christi / Christus aber sprach weret ynn nicht / dann wer nit wider euch ist / der ist mitt euch / Derhalb wa ir recht cristen weret / soltt ir euch vonn hertzen frewenn a4v das man auch layen fünd so die feindtschafft diser welt auff sich laden / vmb des wort gottes willen . Chor. Waz geet euch aber noͤt an ? Schůst . Da hond wir in der taͤuff dein teufel vnd seinem reich wyder sagt / Derhalb sein wir pflichttig wider in / vnd sein reich zůfechten / mitt dem wort Gottes vnnd auch also darob zů wagen seinen leib / eer vnnd gůt . Chor. Schawet jr leyen darfür wie jr weib vnd kynnd neret . Schůst . Christus verpeuts Mathey . am . vj . sprechend sorget nit was jr essen vnnd tryncken noch annthůn woͤllet / vmb solliche ding sorgen die heyden / sůcht von erst das reych gottes vnd sein gerechtigkeit / dyse ding werden euch alles zů fallen . Vnd Petrus . j . cano . iiij . werfft alle eure sorg auf den herren / dan̄ er sorgt für euch . Auch christus Mathei . iiij . Der mensch lebt nicht allein vom brot sonder von einem yeglichn̄ wortt das durch den mund gottes geet . Chor. Laßtt euch daran benůgen vn̄ bacht nit . Schůst . Arbeitn̄ sol wir / wie Adam gepoten ist . Gene. iij . vnd Job am v. Der mennsch ist geporn zů arbeitē / wie der vogel zům flug . Wir aber sollē nit sorgen / sonder got vertrauen . Derhalb müg wir wol dem wort gotes anhangen / welchs ist der beste teil . Lu. x . Chor Wa wolts jr layen gelernt haben ? kan eur mancher kain Bůchstaben . Schůst . Christus spricht Joannis am vj . sy werden all von got geleert . Chor. Es můß kunst auch da seyn / wa für weren die hohen schůl Schůst . Auff welcher hohē schůl ist . Joan̄es gestanden ? der so hoch geschribn̄ hat ( im anfang wz das wort / vn̄ wort was bey got . Joan. j ) war doch nū ein fischer / wie Marci . j . steet . Chor. Lieber diser hett den heiligen geist / wie Actu . am . ii . Schůst . steet doch Johelis ij . Vnd es soll geschehen in den lesten tagen / spricht got / Ich wil außgiessen von meinē geist / auff alles fleisch . &c. Wie wen̄ es von vns gesagt wer . Chor. Nein / es ist von dē aposteln gesagtt / wie Petrus anzeucht / Actuu m.ij . Darumb packt euch mit dem geist . schůst . Christus sprycht Johannis . vij . b1r wer an mich glaubt ( wie die geschrifft sagt ) von des leib werden fliessen flüß des lebendigen wassers / daz aber ( spricht der Euangelist ) redt er vō dem heiligen geist / welichen entpfahn̄ solten die an in glauben . Chor. Wie ich mayn jr stynckt nach Mantuano dem ketzer / mit dem hailigen geist . Schů . Spricht doch Paulus . j . Corint . iij . Wysset jr nicht das jr der tempel gottes seyt / vnd der geyst gottes in eüch wonet ? vnd Gallat . iiij . Weyl jr dann kinder seynd / hatt Gott gesanndt den geist in eure hertzen der schreyt Abba lieber vatter . Vnd Tito . iij . Nach seyner barm̄hertzigkait macht er vnns selig / durch das bad der wider gepurt / vnd verneurung des hailigen gaists / welchen er außgossen hat reichlich in vns . Vnnd zůn Roͤmern . viij . So nun der geist des / der Jesum vō todtn̄ auferweckt hat / in euch wonet . Chor. Ich empfind keins heiligen geist in mir / ich vn̄ jr seyn nit dartzů geadelt . schůst . Warumb heißt jr dan̄ die gaistlichen / So jr den geyst Gottes nit hond ? jr solt haissen die geistlosen . Chor. Es seinnd ander leut / weder ich vnd jr die den geist gotes habē . schů . Ir dürfft nit vmbsehen nach infeln / oder nach roten pirretn̄ got ist kain anseher der person / Actuū . x . Es stet Esa / lxvj . Der geist gottes wirt ruͤen auf eim zerknischten hertzen . Chor Zeigt mir ein . schůst . Es spricht mit runden worten Paulus zuͤn Roͤmern . viij . Wer Christus geist nitt hatt / der ist nit sein . Chor O des armen geists / den jr Lutherischen hand / ich glaub er sey kolschwartz . Lieber was thůtt doch eur heiliger geist bey euch / ich glaub er schlaff tag vnd nachtt man spirt in ye nyendert . schůst . Christus spricht Math. vij . Ir solt eur heiltumb nit den hunden geben / noch dye perlein für die schweyn werffen / anff das die selbigen nytt mytt fuͤssen zertreten . Chor. Lieber schempt jr euch nitt sollyche grobe wort vor mir außzůziehen . Schůst . Ey lyeber Herr zürnt nit / es ist die heilig schrifft Chor. Ja / ja / ja / jr Lutherischen / sagt vil vom wort gots / vnd werdt doch nur ye laͤnn b1v ger ye erger / ich spür an kainem kein besserūg . schůster . christus spricht Luce. xvii . Das reich gottes kumpt nit eusserlich oder mitt auff mercken / das man moͤcht sprechē / sich hye / oder da / sonder es ist inwendig in euch / das ist so uill / es stet nit in eusserlichen wercken . Khor . Das spürt man an dem gotzdienst wol / jr betet nichts / vnd sůcht weder die kirchen noch tagzeyt / oder gar nichtz mer / Ist dann ein solchs reych gottes in euch Lutherischē ? Ich glaub es sey des teuffels reich schůster . Ey cristus sagt Johannes . iiij . Es kumpt die zeyt vnd ist schō yetzund / das man weder auff disem berg / noch zů Hierusalem / den vatter wirt anbetē / sonder die warhafttigen anbetter werden den vatter anbetten im gayst vn̄ in der warhait / dann der vater wil auch haben / die in also anbetn̄ wann gott ist ein gayst / vn̄ die in anbetten / die můssen in im gayst der warhait anbettē / Hyemit ligt darnyder alles kirchn̄ geen vn̄ ewer tagzeyt / vn̄ auch alles gebet nach der zal / welchs on allen gaist vnd warhait sonder vil mer / nach stat vn̄ zal / eusserlich verdrossen / vnd schlefferig gemurmelt wirt / dauō cristus klagt / sprechent / Math. xv . Diß volck eert mich mitt den leftzen / vnd ir hertz ist weytt von mir . Khor . Spricht doch cristus Luce. xviij . Yr solt on vnderlaß betten . Schů . Ya das betten im gaist mag on vnder laß geschehen / Aber eur vil beten verwürfft cristus Math. vi . Spricht ir sollt nit vil plappern . Kor . Lieber was ist das für eyn gebeett oder Gotzdienst im gaist vnd in der warhait / leert michs / so darf ich nimmer gen metin / vnd mein horas nim̄er betten . schůst Leßt das biechlin Martin Luthers / von der cristenlichenn freyhait / woͤlchs er dem bapst Leo x . zůgschickt hat / da find jrs kurtz beschriben . Kor . Ich wolt das der Luther mit sampt sein bůchern verpren̄t wurd / ich hab ir nye kains gelesen / vn̄ wil ir noch kains lesen schůster Ey wz vrtaylt ir dann Khor . Wie das ir den lieben hailigen auch nim̄er dyenet ? Schůster . cristus spricht Mathei . iiij Du solt gott dey b2r nen herren anbeten / vn̄ dem allayn dienen . Khor . Ja wyr můssen aber fürsprechen haben bey got . schůst . Es sprichtt Joannes . j.cano.j . vnd ob yemandt sündiget / so haben wyr einen fürsprechen Bey got jesum christum der gerechtt ist / vnd derselb ist die versͤnung für eur sünnd . Kor . Ja lyeber ja / not bricht eysen / so euch ein hand entzwey wer / jr wurdt bald sant wolffgang annrͤffen . schůst Nein / Chrystus sprycht Math. xj . kumptt her zů mir alle die jr mͤselig vnnd Beladen seyt / ich wil euch erquicken / wa woͤlt wir dan̄ besser hilff sůchen ? Ir hond abgoͤtter auß den hayligen gemacht / vnnd vns dardurch von cristo abgefůrt . Khor . Ja jr habts wol vergloßt / Wie jr lutherischen nim̄er fast / lert euchs der lutherische geyst ? schůst . Fasten ist vnns von Gott nit gepoten / sonder frey gelassen / christus spricht Math. vj . wann jr Fasten welt / so lond eurm haupt der salben nit geprechn̄ / spricht nit / jr solt oder muͤßt fasten / wie vnßere stieffvaͤtter zů Rom thůn . Khor . Ja ir fastet aber gar nym̄er . schůster . Ich glaub rechtes fastens fasten die handtwerckßleut mer / ob sy gleych im tag viermal essen / dann all münich / nunnen vnnd pfaffen die inn dem gantzen Teuttschen land seyn / es ist am tag ich mag nichs mer dauon sagen . Kor . So schweygt ich will aber reden / es leg am fasten wenigst / jr lutherischē freßt aber flaisch dartzů am freytag / das euchs der teüffel gesegne . schůst . Flaisch essen ist von got auch nit verpotten / derhalben ist es nit sünd / dann so weyt man die vnwissenden schwachen nitt erger / christus spricht Math. xv . Was zͤm mund eigeet / verunreint den menschen nyt / sonder wz zům mund außgeet verunreindt den menschen / als arg gedenck / mordt / eebruch / hůrerey / diebstal / falsch zeugknus / lesterūg / vn̄ Paulus . j . chorin . x . Alles was auff dem fleischmarck feilst / das esset . Khorherr . Ir sagt was jr weldt / habt aber nit was jr welt / gůt alte gewonheit soll man nicht verachten die etwa drey oder vier hundert jar haben gewerdt . Schů b2v ster . Christus spricht Johannis am viertzehenden / ich bin der weg / die warhait vnnd das lebenn / Er spricht aber nyt / ich bin die gewonhait / Derhalb můß wir der warhait anhangen / welliche das wort gottes vnnd Gott selb ist / das bleybtt ewig Mathey . xxiiij . Aber gewonhayt kumptt vonn mennschen her / wellych all lugner sein . Psalm . cxv . Darumb ist gewonhait vergencklich . Chorherr . Lieber sagtt mir noch eins wie das jr Lutherischen nimmer Beicht / das ist noch vil ketzerischer . Schůster . Da ist es von gott auch nit gepoten / auch nicht gemeldt weder im altten noch newen Testament . Chorherr . Sprach doch Christus . Luce. xvij . geet hin vnd zaigt euch den priestern . &c. Schů . Heißt dan̄ erzeygen beichtt / das ist mir seltzam Teutsch jr muͤßtt mirß hoͤher mit geschrifft beweysen / Solt so ein groß noͤttyg vnnd haylsam ding vmb die oren beicht sein / wie jr dauon sagt / so muͤß ers von not wegen klerer in der schrifft uerfaßt sein . Chor. Ey woͤlt jr dan̄ gar nichs thuͤn / dann was von Got gepottn̄ vnd in der gschrifft verfaßt ist ? das ist eyn ellennde sach . Schůster Ich kann dasselbig nit erfüllen / wie Actuum . xv . Was soll ich dann erst meer auff mich laden . Chor Ey es haben aber solche ding die hailigen vaͤter in den Concilijs geordnet vn̄ bestetigt . Schů . Von wem hond sy den gwalt Chor. Christus spricht Johannis . xvj . Ich hab euch noch vil zůsagen / Aber jr kündts yetz nit tragen / wan̄ aber yhener der geist der warhait kom̄en wirtt / der wirt euch in alle warhait leyten / Hoͤrt / hie seind die Concilia von Christo eingesetzt Schů . Ey christus spricht daruor Johannis . xv . Der troͤster der hailign̄ gaist / welchē mein vater sendn̄ wirt in meinē namen / der sellbyg wyrtt euch alles leeren / vnnd euch er ynnern / alles des / das ich euch gesagt hab . Hoͤrt herr / er sprycht nit / er werd euch new ding leeren / welches ich euch nit gesagt hab / sonder des das ich euch gesagt hab / wirt er euch erynndern / erkleren / auff jrs recht verstet wie ichs gemaint hab b3r Also maindt ers auch hernach / da er spricht . Er würdt euch in alle warheit leyten . Chor. So halt jr von keinem Concilio ? Schůst Ja / von dem das die Apostel zů Jerusalē hielten . Chor. Haben dann die Appostel auch ein conciliū gehalten ? schůst . Ja / hond jr ein Bibel . Chor. Ja / Koͤchin bring das groß alt bůch herauß . Koͤchin . Herr ists das ? Chor. Ey nein / das ist das Decretal / maculier myrs nit . Koͤch . Herr ists das . Chor. Ja koͤr den staub her ab / das dich der rit wasch / wolan maister hanns wa stets . Schůst . Sůchtt Actuum apostolorum . xv . Chor. Sůcht selb / Ich bin nit vil darinn vmbgangen / ich weyß wol nützers zůlesen . Schůst . Secht da herr . Chor Koͤchyn merck Actuum am xv . Ich wil darnach von wunders wegen lesen / wz die alten gesellen gůts gemacht habē . Schů . Ja leßt / jr werdt findn̄ das man die burdt des alten gesetz / den Cristen nit aufladen sol / ich geschweig man yetzund vil neüer gepot vnd fünnd erdencken / vnd die christen mit beschwert / darū sein wir euch nit schuldig zůhoͤren . Chor. Sprycht doch christus Luce. x . Wer euch hoͤrt / der hoͤrt mich / wer euch veracht / der verachtt mich / ist das nit klar genůg . Schů . Ja wan̄ jr das Euangelion / vnnd das wort gottes lauter sagt / so soll wir euch hoͤren wie Cristum selbs / Wa jr aber eur eigen fündt vnnd gůtgeduncken sagt / sol man euch gar nicht hoͤren / wan̄ Christus sagt Math. xv . vergeblich dienen sy mir / dieweil sy leren solche leer / die menschn̄ gepot seind / vn̄ weiter / ein yede pflātzūg die got mein him̄lischer vatter nit pflantzet hat / wirt auß gereüt . Chor. Seind dann die concilia auch mennschen leer ? Schůst . Wann man im grund daruon reden will / so haben die Concilia mercklicher schaden zwen inn der Christenhayt thon . Chor. Welche ? zaigt an . Schůst . Zům erstē die gebot der anzal vnd maß ist / wie jr wyßt / vnd noch boͤßer ist schier alle mit dem ban̄ besteet / vnd doch der meyst tail in der schrifft nit gegrünt / Solche eure gepot hatt man dann hoch b3v auffgeblasen / vnd der menschen gewissen darmit verstrycktt vnd verwickelt / sy den waren gottes gepotn̄ gleich geacht seind geweßt / vnd in fürgetzogn̄ / dadurch die gepot gots verechtlich bey den mennschen gemacht / Solche leut hat Paul⁹ verkündiget mit jren gepoten . i . Timotheon . iiij . das inn den letsten zeyten werden etlich vom glauben abtredten / vnd an hangen den irrigen geystern / vnd lern der teufel / durch die so in gleyßnerey lugenreder seind / vnd brantmal in irem gewissen haben / vnd verbieten eelich zů werden / vnd zů meyden die speyß die got geschaffen hat zů nemen myt dancksagung den glaubigen / vnd denen die die warhait erkant haben . Kor . Wa ist das geschehen / mit welchem gepot ? schůst . Flaysch essen am freytag hat man für groͤsser sünd geacht / den̄ eebrechen / vnnd so ein pfaff ein recht eeweyb het gehabt / hat man für groͤsser sünd gehalten / dan̄ so er ein hůren oder zwů het . Kor . Wol verston spricht der walch / was ist dan̄ der annder schad . schůst . Zům andern hat mā vil neuer gotzdienst angericht / vnd gůte werck genendt / Darmit dann am allermeysten / münich / nunnen vnd pfaffen vmbgond / vn̄ ist doch ( wan̄ man auffs hoͤchst daruon will reden ) eyttel eusserlych laruenwerck / daruon got nichs gehayssen hat / vnnd haben dardurch ( vnnd wir sampt inen ) die recht christlychen gůten werck verlassen / die vnns got beuolhen hatt . Khor . Wz seind dan̄ recht christliche gůte werck . schůst . chrystus leret vns Math. vij . alles das ir welt / das euch die menschen tůn das thůt auch in / das ist das gantz gesetz vnd prophetn̄ / vnd Math. xxv . leeret er vns den hungrigen speysen / den durstygen drencken / den armen herbrigen / den nackenden klaiden / den krancken heymsůchen / den gefangnen troͤsten . Khor . Seind das allein christliche gůtte werck eines gantz christlychen lebens . schůst . Ja ein recht christglaubiger / welches widerumb geporen ist auß dem wasser vn̄ geyst / wie Joā . iij . dienet got allein im geist vnd in der warhait / vn seinem nech b4r sten mit den wercken der lieb / das ist die summa einen christlichen wesen / Aber dise werck geen gar in der still zů / da henckt man weder schilt / helm noch wappen an / so meinen dan̄ die werck hailigen / solche christen thůn gar nichs mer / so sy mit irem larfen werck nim̄er vmbgend . Kor . Mayndt ir dann vnser singen vnd lesen gelt nichs . schůst . Chrystus wyrtt ye sunst nichs fodern von vns dann die werck der barm̄hertzygkeit im letsten vrtayl . Math. xxv . Da werdt ir Münnych vnnd pfaffen besten / wie die Rincklerin / die ließ die oren am pranger . Korherr . Ir habtts wol droffen / geedt zům offen vnnd wermbt euch / leeret euch Luther sollich dant theding . schůster . Neyn . Korherr . Lyeber was haldt jr von dem Luther . Schůster . Ich haldt inn für einen Chrystlichen leerer ( welchen ich achtt ) Seydt der Appostel zeyt nye geweßtt ist . chorherr . Lyeber was nutz hatt er / doch geschafftt inn der christennhait . schůster . Da hatt er eur menschen gepot / leer / fund vnnd auff satzung an tag gepracht / vnnd vns daruor gewarnet / Zům anndern hat er vnns in die hailigen gschryfft geweyset / darinn wir erken̄en das wir alle vnder der sünnd beschlossen vnnd sünder seynd Roͤmern . v . Zům anndern / das Christus vnnser einige erloͤsung ist wie zůn . i . Corinth . i . vnnd dise zway stuck treybt die schrifft schyer durch vnnd durch / Darinn erleern wyr vnnser einige hoffnung / glauben vnd vertrawen in Chrysto zů setzen / welchs dann ist das recht goͤtlich werck zů der seligkait wie Christus spricht Johannis am sechsten . Kor . darff man kains wercks dartzů / Sprichtt doch cristus Mathei v Last ewer liecht leuchten vor dem menschen / das sy eur gůte werck sehen / vnd ewern vatter im himmel preyßenn schůster Paulus spricht Roma . v. Wir halttens das der mennsch gerechtuerttigt werd allain durch den glaubē / on zů thůūg der werck des gesetz / Vnd zů Roͤmern am erstenn / Der gerecht wirt seines gelauwben lebenn . Korherr . Spricht b4v doch Jacobus . ij . Der glaub on die werck ist todt Schůst . Ein rechter goͤtlicher glaub der feyret nit / Sonnder bryngt steets gůtte frücht / dan̄ Christus spricht Matthey am . vij . Ein gůtter boum kan kain boͤß frucht bringen / Aber solliche gůte werck geschehen nicht den hymel zů verdienen / welchen vns Christus verdiendt hat / Auch nitt auß forchtt der helle zů entpflyehen / vonn der vnns Christus erloͤßt hat / auch nit vmb eer / wann alle eer soll man got geben . Mathey an dem vierdten . Sonder auß goͤtlicher lieb / got zů eyner danncksagung / vnd dem nechsten zů nutz / Wolan herr wie gefelt euch nun des Luthers frucht . Chorherr . Ist er dann so gerecht Wye das im dann so wenyg geleertter / vnnd mechtiger herren annhangen ? Allayn der grob vnuerstaͤnndyg hauff . Schůster . Christo hyeng weder Pilatus / Herodes / Cayphas noch Annas ann / auch nitt die Phariseyer / Sonnder widerstůnden im / allain das gemein volck hieng im an / Darumb erfrewet sich Jesus im gayst / Luce am zehenden / vnnd sprach / Vatter ich sag dir dannck / das du dise ding hast verborgen vor den weysen diser welt / vnd hast sy geoffennbart den klainen . Chor. Ey lieber / der gemaynn hauff gybtt auch des wenyger tayl dem Luther recht . Schůster Das machen euer lum̄pen prediger / die schreyen es sey ketzerey vnd das on all geschrifft . Christus hat aber den klainen hauffen verkündt Mat. v . Get ein durch die engpfort / wan̄ die pfort ist weyt / vnd der weg breyt der zů der verdam̄nus fuͤret / vnd jr sünd vil die darauff wandeln / vnd Math. xxij . Vil seyndt beruͤfft / aber wenig seind außerwelt . Chor. Solylch wort treibē im wirtzhauß am marckt vnd überall / wie die narren / vnnd gehoͤrt nit ann solliche ort . Schůst . Christus sprach Math. x . Was ich euch ins or sag / das predigt auff den dechern . Chorherr . Wan̄ ich die warheit soll sagen / so haldt ich den Luther für den groͤsten ketzer / der syder Arrius zeytn̄ ist gweßt / vnd jr seyt sein nachfolger / anhaut vn̄ har entweicht c1r als vil eur ist / vnd nichts gůtts ist in euch / nichts gůtts kumptt von euch / wißt jr nun ? den tittel gib ich dem Lutther vn̄ euch zůsamen . Schůst . Da habt jr ein mal eins erradtten / wan̄ niemandt ist gůt dan̄ got / Math. xix . Wan̄ vnser nattur ist gar in vnns verboßt / wie Gene. viij . Des menschen hertz ist zů boßhait genaiget von jugent auff / welche man můß taͤglych mit dem kreutz dempffen / das sy den gaist nit fel / wan̄ sy ladt jr dück nit / ob schon der gaist durch den glauben gerechtferttiget ist / wan̄ es steet Prouerbio . xxiiij . Der gerechtt feldt im tag syben mal / Deßhalb bitt wir alltag / vergyb vnns vnser schuld . Mat. vj . Vnd Paulus zůn Roͤmern am vij . daz gůt das ich wil / thů ich nicht / sonder das boͤß / das ich nit wil / das thů ich / vnd schreyt darnach . O ich ellender mensch / wer wirt mich erloͤsen von dem leyb des todts ? Zaygt damit ann / das wir sünder sein biß in todt / Seyt jr aber on süud ? So werfftt den ersten stain auf vns / Joan̄ . viij . Chor. Ir seyt halt vnnutz leüt / kündt vil gespayß / ich hoff aber man soll euch bald den laymen klopffen / es hilfft doch sunst nichts . Schůster . Wie wolt jr mit dem schwert daran ? es stett euch gaistlichn̄ nit zů . Chor. Warumb nit ? Hat doch Cristus Luce. xxij . zway schwert eyngesetzt / gaistlich vn̄ weltlich . Schůst . Verbot doch christus Petro Math. xvj . vnnd sprach / Wer mit dem schwert fycht / wirt am schwert verderben . Chor Hilfft syeß nit / so můß aber sawr helffen / wann dye ketzerey hat groß vberhand genommen / vnd ist hochezeyt dareyn zů schlagen . Schůst . O nein / sonder volgt dem radt Gamallicus . Actuū . v . Ist die leer auß den menschen würt sy on alle schwert schleg fallen / ist sy aber von got so kündt irs nit dēpffen / auff das ir nit sehen werdt / als die wider gott streytten woͤllen . Chor. Es wirt nit anders darauß . Schůst . Wolan herr dein wil gescheh Mathey an dem .vj. Der junger ist nit vber den mayster . Johan̄ . xv . Habn̄ sy mich veruolgt sy weren euch auch veruolgen / vnd Luce. vj . Selig seytt jr wan̄ c1v euch die menschen hassen / verwerffen vnd schelten von meynes namen wegen . Chor. Es wirt maniger schweigen der yetzund schreyt . Schů . Cristus Math. x . Wer mich beken̄net vor den menschen / den will ich beken̄en vor meinem hymelischen vater . Chor. Es wirt schweigens gelten oder hynder dem kopff hyngeen . Schůst . Cristus Math. x . Fürcht die nicht / die euch den leyb toͤdtenn / der seele künnen sy nicht thon / O herrgott / hye wer gůt sterben vō deynes namēs wegen . Chor. Es wer verdienter lon . Einen ketzer mag man nach dreyen warnungen hynrichten . Schůst . Ir muͤst vns vor zů ketzer machen / vnd beweysen auß der hayligen schrifft Chor. Das mügen wir gar leychtiklich thon . Schůst . Ey so wirt got vnser plůt vō eurn hendē den erfordern / ir vns ( die armen scheflein christi ) so lanng handt verfuͤren lassen vnd habt so uil prediger diser leer / also lang mit disputierenn vnangefochten gelassen . Chor. Es wirt bald / wir habenn vnser spech ( alle predig ) gůt auf sy . Schůst . Ja ist war Ir erfült den spruch Math. xxij . Vnd die phariseyer giengē hyn vnd hyeltten radt / wie sy in verstrickten in seinen wortē vnnd sandten zů im ir dyener mitsampt des Herodes diener Chor. Warumb nit ? man můß die ketzer also erschleychen wann sy seynd lüstig / das man sy darnach kolb . Schůster O gott dise prediger wolten vns all gern zů Cristo fůrē nyemand außgenom̄en . So wolt ir sy / mitsampt vns / gern zům hencker fůren / Ir wolt geren das fewr von himel auff vnns fellen . Luce ix . Hoͤrt cristū der spricht . Wißt ir nit woͤlliches gaistes kinder ir seyndt ? Des menschenn sun ist nicht kom̄en der menschen seelen zů uerderbē / sonder zůerhaltē . ij . Cor. xiij . Mir hat der herr gewalt geben nitt zů uerderben sunder zůbesserung . Chor. Ey wir woͤllenn auch also . Schůster . Ey feür vn̄ schwert reympt sy aber nit dartzů sonder wort gotes zů Hebreern̄ . iiij . Woͤlches durchdringender ist dan̄ ein zwyschneydent schwert Derhalb seyt ir auß gott / so verfechtn̄ c2r ewre leer vn̄ wesen / mit dem wort gotes / woͤlches ist die kraft gottes j . Corint . j . Chor. Ya es hilfft aber nichts . Schůst . Ya ir braucht sein nit / wan̄ gottes eere sůcht yr nit zů schützn̄ Sunder ewern gewalt / eere / vnd reychtumb / darwider ist dz wort gottes darumb veruolgt jrs / da leytz als mit eynander Chor. Ya ir kündt nichtz dan̄ die leutt außrychtten / wenns hertz vol ist so geet der mund vber Luce. vj . Schůster . Euch ist wie cristus sagt / Luce vij . vergleicht den kynnder / dye am marckt sitzen / růffen / wir handt euch pfyffen / vn̄ ir hand nit tantzt / wir hand euch klagt vnd yr hand nit gewaynt / Also auch jr / sagt man euch das wortt gottes troͤstlich . so verspot yrs / sagt man euchs ernstlich so zürnt yr . Chor. Wenn yr sungt als eyn zeyßlin so macht ir mich nit annders . Schůst . Euer hertz ist verhert wie dem künig Pharaoni . Exo. vom vij . biß inß xv . capittel . Der weder wunnder noch plag annnam / vnd maynet ye die kinder von Ysrael solten zyegel pren̄ē das er mit seynem volck feyrn̄ moͤcht / Also auch yr halt vns weyl yr vns halten mügt . Chor. Wett frytz / Es ist eins erradtn̄ . Schůst . Ya / Es dunckt mich wol / euch sey wie dem falschen amptman Luce. xvj . Sprechent / was soll ich thon / meyn herr nym̄pt das ampt von mir / Ich mag nit graben / vnnd schem mich zůbeetlen / Eben das selbig fürcht yr gaystlichen auch / darum̄ hilfft weder straffen noch ermanen ann euch . Chor. Ey wißt ir nicht Cristus spricht . Johannes vj . Nyemant kumpt zů mir / der vatter zyech in dan̄ / zeyt bringt rosen wer wayßt welcher den andern bekert . Schů . O herr die wort hoͤr ich gern / es steet Johan . xv . On mich kündt yr nichts thon / vnd weytter / ir hand mich nit erwoͤllet / ich han euch erwoͤllet / darumb ligt an vns nicht got můß vns bekerē das wünsch ich euch allen von grund meines hertzen . Chor. Man leütet in Khor / Kechin lang den Korrock her / wol an lieber mayster zyecht hin im frides wirt leicht noch als gůt / Schůst . Ob gott will / wol an alde / der fryd sey mit euch lie c2v ber herr hand mir nichts verübel / vnd verzeycht mir . Chor Verzeych vns gott vnser sünd . Schůster . Amen . Chor. Secht nur an liebe koͤchin / wie redē die layen so gar freflich gegen vns geweychtten / Ich mayn der teuffel sey in dem schůster verneet / er hat mich inn harnasch gejagt / Vnd wer ich nit so wol geleert / er het mich auff den esel gesetzt / darumb wil ich im nicht mer zů arbaytn̄ geben / sonder dem hans Zobel / der ist eyn gůtz einfeltigs mendlin / macht nit vil wort mit der hailigen gschrifft / vn̄ Lutherischen ketzerey / wie dan̄ den layen nit zymlich ist / noch gepürt mit jren seelsorgern zů disputiern / wan̄ es sagt Salomon / Woͤlcher eyn eynfelttig wandel fuͤrt / der wandelt wol / Ey disen spruch solt ich dem dollē schůster fürgeworffen han / so wer er vileicht darob erstumbt . Koͤchin . O herr / ich hett ymmer sorg nach dem yr in mit der schrifft nit vberwinden kündt / jr wurd in mitt den panttoffel schlahen . Chor. Ich hab nur vonn der gemayn eyn auffrůwr besorgt / sunst wolt ich im die panttoffel in sein antlitz geschmeist haben / im het Cristus oder Paul⁹ in dreyen tagen nit abgewischt / wiewol er all sein vertrauwen auff sy setzt . Koͤchin . Mich nimpt groß wunder / wie die layen so geschickt werden . Chor. Wilt wissen wz macht ? Mā gybt vmb die gaistlikait nichts mer / vorzeitten het der haylig vatter der Bapst / vnnd die Bischoff ( solchen als Luther vnnd ander mer / die auff sein geygen predigen ) das predig amptt auffgehebt nach laut des gaistlichen rechten / Vnd zů wyder růffen benoͤttiget / wie mit dem Johan̄es huß zů Costētz geschehen ist / Wenn man nur die Euangelischen prediger kūd schweygen machen / so wurts alles gůtts / Aber wen̄ man sy haist schweigen / so kommen sy vnd woͤllen mit dem bapst vn̄ bischoffen disputiern / wellichs vnerhaͤrt bey der welt / das eyner mit dem allerhayligisten will disputiern / der nitt genůgsam vnd wirdig ist mit seiner hailigkait zůredē / Aber es wyl besser werden / wen̄ die prediger nit wellē / so můssen sy schwei c3r gen wie wol sy sant Paulus schrift fürzyechen / Vn̄ wen̄ sy sein schwert dartzů hetten / so můsten sy darnyder ligen / wen̄s der hailig vater der Bapst thon will / dan̄ so můstē dye layē auch schweigen / vnnd wir wurden zů vnsern wirden widerumb kom̄en . Kechin . Es wer für war herr gůt / wan̄ yederman veracht euch / wie dan̄ yetzund auch der Schůster thon hat . Chor. Vorzeytten het wir ein sollichen inn Ban̄ verkündt / Aber yetzund muͤssen wir von den layen hoͤren vn̄ lernen / wie die Phariseyer vō Cristn . Liebe kechin růff vnserm Calefactor / der lißt vil in der Bybel / vn̄ villeicht der schrifft baß bericht ist dan̄ ich / Er můß mir von wunders wegen ettlich sprüch sůchen . Kechin . Heinrice / Heinrice . gee auff her zům herrn . Calefactor . Wirdiger herr was woͤltt jr ? Chorherr . Vnser schůster hat mich lang vexiert / vn̄ vil auß der Bybel angetzaigt / wie dann der Lutherischē brauch ist / du můst im etlich Capitel nach sůchen / ob er gleich hab zů gesagt / auff das ich in in der schrifft fahen moͤcht . Calefact Ir solt es billich selbst wissen / yr hand lang die geweychtē exam̄iern helffen . Chor. Ja daselbs braucht man nur schůllerische leer / was die menschen haben geschriben vn̄ gemacht vnd gar wenig das gaistlich recht / woͤlchs die hailigē vetter in den Concilijs beschlossen haben . Calefactor . Es leg an dem nicht das die vetter in Concilijs beschlossen / vn̄ die menschen so nach in kommen sein geschriben vn̄ gehaltten haben wo dieselben gesetz / leer vn̄ schrifft auß dem wort vn̄ gaist gotes weren / wann die propheten / Apostel vnd Euangelisten seind auch menschen geweßt . Chor. Ey / so haben sy auch yrren mügen / Aber die Lutherischen wellen das nit glaubn̄ Calefactor . Nayn / Wan̄ Petrus spricht .ij. Pet. j . Es ist noch nye kain weissagung auß menschlichem wyllen herfür bracht / sonder die hailigen menschen gottes hand geredt / getriben / von dem hailigen gaist / Vn̄d eben darnach verkündt Petrus / die falschen Prophetten / die vil verderblicher secktn̄ c3v ein werden fuͤren / Bedeut ewrn gaistlichen standt / Ordeun Regel vnd alle menschn̄ sünd ( ausserhalb dem wort gotes ) darmit ir yetz vmbgeet . Khor . Ya es ist aber auff vnns nitt geredt / sonder auff die alten vn̄ lengst vergangē . Cale . O yr thoren vnd tregs hertzen zů glauben / alle dem / das ye Prophettenn geredt haben . Luce. xxiiij . Kechin . Herr haißt euch den hanen merkreen / von mir lydt yrs nit . Khor . O du lausiger bachant / wilt du mich auch rechtuertigen vn̄ leeren Bist auch der Lutherischenn boͤßwychter einer / Troll dich nur bald auß dem hauß / vnd kum̄ nit wyder du vnuerschamtes thyer . Calefa . Es thůt euch and / das euch der schůster das rodt pyrret geschmaͤcht hatt / Laßt euch nit wunndern / wann im alten gesetz / hat gott die hyrtten seyn wort lassenn verkünden / also auch yetz můssen ( euch phariseer ) die schůster leeren / Ya es werden euch noch die stayn in die oren schreyen Alde ich schaid mit wissenn . Kechin . Euch geschycht recht mich wundert das it mit den groben filtzen reden mügt . Sy schonen weder ewer noch der hailigen weych . Khor . Ich wil mich nun woll vor in hůttenn / verprents künd / fürcht fewer Woll an ich wil in Khor / so gee an marckt / kauff eyn krammet vogel oder zwelff / Es wirt nach essen meines gnedigen herren Caplan / mit etlichen herren kōmen / vnd ein pangett haltten . Trag die Bibel auß der stuben hynauß / vnd sich ob die stayn vnd würffel all im bretspyl seyn / vnd das wir eynn frysche kartten oder zwů haben . Kechin . Es soll seyn . Herr werdt ir von stund an nach dem vm̄gang heymher gen ? Kor Ya schaw das essen beraytt sey .

Paulus . Ir bauch ir gott .

About this text

Title: Disputacion zwischen ainem Chorherrenn vnnd Schüchmacher dariñ das wort gottes vnd ein recht Cristlich wesen verfochtten wirtt.
Author: Sachs, Hans
Edition: Taylor Edition
Series: Taylor Editions: Reformation Pamphlets
Editor: Transcribed and encoded by Kezia Fender and Charlotte Hartmann.

Description

The Disputation zwischen einem Chorherren und Schuhmacher , the first of Hans Sachs four Reformation dialogues was by far the most successful . The pamphlet’s enormous popularity is proved both by the noticeable number of eleven different printed editions in 1524 alone and the fact that it was translated not only into Dutch , but also into English ( A goodly dysputacion betwene a christen shomaker , and a popysshe parson ) . Sachs publisher and printer was Hieronymus Höltzel , who produced the first prints of the last three dialogues , whereas this dialogue was first printed by Gustav Erlinger in Bamberg possibly for the reason that reformatory publications in the city of Nuremberg , Sachs hometown , were subject to strict censorship at the time .

Recording of the first of the Reformation dialogues by Hans Sachs

Recording of the first of the Reformation dialogues by Hans Sachs. Chorherr: Konstantin Winters. Schuhmacher: Linus Ubl. Köchin: Henrike Lähnemann.

About this edition

This is a facsimile and transcription of Disputacion zwischen ainem Chorherrenn vnnd Schüchmacher : dariñ das wort gottes vnd ein recht Cristlich wesen verfochtten wirtt. Sachs, Hans, 1494-1576. | [Augsburg: Melchior Ramminger,] 1524. It is held by the Taylor Institution Library (shelf mark: ARCH.8o.G.1524(26)). Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) reference number: S 216.

The transcription has been encoded in TEI P5 XML by undergraduate student Kezia Fender and graduate student Charlotte Hartmann.

Availability

Publication: Taylor Institution Library, one of the Bodleian Libraries of the University of Oxford, 2015. XML files are available for download under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License . Images are available for download under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License .

Source edition

Sachs, Hans Disputacion zwischen ainem Chorherrenn vnnd Schüchmacher dariñ das wort gottes vnd ein recht Cristlich wesen verfochtten wirtt. M. D. XXiiii [1524]  

Editorial principles

Created by encoding transcription from printed text.

Line breaks and other features of the printed text have not been encoded.

brevigraph for 'er' or 're'erU+E007brevigraph for '-que' or 'que''queU+E00C